Landkreis Uelzen: Kritik an Anzahl und Größe der gelieferten Gelben Tonnen

Nach zwei Tagen ist die Tonne voll

Diese gelbe Tonne, aufgenommen in Uelzen, quillt über. Das kann passieren, wenn die Firma RMG den Haushalten nicht genügend Tonnen zur Verfügung stellt.
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Diese gelbe Tonne, aufgenommen in Uelzen, quillt über. Das kann passieren, wenn die Firma RMG den Haushalten nicht genügend Tonnen zur Verfügung stellt.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Mal sind die Tonnen zu klein dimensioniert oder viel zu groß. Auch nachdem ein paar Monate seit der Einführung der Gelben Tonnen im Landkreis Uelzen vergangen sind, nehmen die Beschwerden mancher Haushalte nicht ab.

Lehmke/Emmendorf – Der Gedanke der Müllvermeidung wird bei Lieselotte und Dieter Lilie großgeschrieben. Die beiden leben in einem Zwei-Personen-Haushalt in Lehmke – bei ihnen fällt daher nur wenig Abfall an. Doch die Rohstoffmanagement GmbH (RMG) aus dem hessischen Eltville, die seit 1. Januar mit dem Einsammeln des Verpackungsmülls im Landkreis Uelzen beauftragt ist, hat den Lilies eine große, 240 Liter fassende gelbe Tonne vor die Tür gestellt. Das verwundert die beiden Lehmker sehr.

„Diese Tonne ist für uns vollkommen überdimensioniert“, sagt Dieter Lilie im AZ-Gespräch. Und er fragt sich, warum RMG in seiner Straße, in der es viele Ein- und Zwei-Personen-Haushalte gibt, ausschließlich 240-Liter-Tonnen verteilt hat. „Bei unserem Müllaufkommen wäre eine Leerung der Tonne nur alle zwei bis drei Monate nötig“, erklärt Lilie.

Dagegen habe RMG in einigen anderen Orten, etwa in Hanstedt und Rätzlingen, überwiegend kleine 120-Liter-Tonnen ausgeliefert. „Aus meiner Sicht ist das völlig konzeptlos“, kritisiert der Lehmker. Deshalb hat sich seine Frau vor einigen Wochen per E-Mail an das Eltviller Unternehmen gewandt und darum gebeten, dass ihre 240-Liter- gegen eine 120-Liter-Tonne getauscht wird. Die schriftliche Antwort von RMG: „Leider können wir Ihnen keine kleinere Tonne zur Verfügung stellen.“

Daraufhin unterbreitete Lieselotte Lilie der Firma einen Vorschlag: „Da Sie sicherlich Anfragen erhalten haben von größeren Familien, denen die gelieferte Tonne zu klein ist, würde ich mich freuen, wenn Sie jenen Familien unsere große Tonne anbieten, und wir würden deren kleine Tonne übernehmen“, heißt es in ihrer E-Mail. Schließlich lenkte RMG doch noch ein und ließ die Lilies wissen: „Wir haben Ihre Bestellung aufgenommen und werden die Tonnen zum nächstmöglichen Zeitpunkt austauschen.“

Während die Lilies damit zufrieden sind, ist die Verärgerung bei Mario Knust über RMG weiterhin groß. Der Emmendorfer schildert genau den entgegengesetzten Fall: Er lebt in einem Fünf-Parteien-Haus in Emmendorf und hat dort zwei weitere Wohnungen vermietet. „Uns hat RMG nur eine einzige 240-Liter-Tonne vor die Tür gestellt – für fünf Haushalte. Nach zwei Tagen ist die Tonne schon voll“, ärgert sich Knust. Als er sich telefonisch bei RMG meldete, sei er abgewimmelt worden. „Ich wurde von dem Mitarbeiter verhöhnt und gefragt, was ich mir denn einbilden würde. Dann hat er einfach aufgelegt“, schimpft Knust.

Auch sein Onkel und sein Schwiegervater, die in separaten Wohnungen in dem Haus leben, benötigten zusätzliche gelbe Tonnen. Doch RMG habe ihm auf seine Anfrage hin nur lapidar mitgeteilt, dass keine weiteren Behälter geliefert würden.

Dabei sei RMG vertraglich verpflichtet, eine gelbe Tonne pro Haushalt – und nicht pro Wohnhaus – zur Verfügung zu stellen, sagt Knust. Das würde in seinem Fall insgesamt fünf Tonnen bedeuten. Als Verbraucher habe er die Kosten für die Entsorgung des Verpackungsmülls im Rahmen des Dualen Systems bereits mit dem Kauf der Ware bezahlt, betont er. „Ich muss also nicht um weitere Tonnen betteln, das ist mein Recht.“ Er wolle jetzt einen Rechtsanwalt beauftragen, die Lieferung weiterer gelber Tonne bei RMG einzuklagen, kündigt Knust an.

RMG äußerte sich bis zum Redaktionsschluss nicht auf eine Presseanfrage der Allgemeinen Zeitung.

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