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Landkreis gibt neuen Kreisverkehr in Esterholz für den Verkehr frei

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Von: Bernd Schossadowski

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Axel Hinrichs vom Amt für Kreisstraßen trägt eine Absperrbake von der Landesstraße 270
Axel Hinrichs vom Amt für Kreisstraßen entfernte am Dienstag die Absperrbaken von der Landesstraße 270 bei Esterholz. Nach rund zweimonatiger Sperrung ist dieser Bereich jetzt wieder befahrbar. © Bernd Schossadowski

Nach knapp zwei Monaten Bauzeit haben der Landkreis Uelzen und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Dienstag den neuen Kreisel bei Esterholz eingeweiht. Der Unfallschwerpunkt auf der ehemaligen Kreuzung von L 270 und K 17 soll damit entschärft werden.

Esterholz – Ein wenig irritiert blickt die Fahrerin des silbernen Ford Fiesta auf die Absperrbake, die Axel Hinrichs und Hartmut Lüddecke vom Amt für Kreisstraßen am Dienstagvormittag von der Landesstraße 270 entfernen. „Darf ich jetzt hier durchfahren?“, fragt die Frau durch ihr geöffnetes Beifahrerfenster. Hinrichs nickt, und so ist der Fiesta das erste Auto, das gestern um 10.20 Uhr durch den neu gebauten Kreisverkehr bei Esterholz fährt.

In weniger als zwei Monaten wurde die Kreuzung zwischen L 270 und K 17 zum Kreisel umgebaut. Diesen Bereich hatte die zuständige Unfallkommission mehrfach als Unfallschwerpunkt eingestuft. Jetzt weihten der Landkreis und die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr das neue Bauwerk gemeinsam ein. „Das ist recht schnell gelaufen und kann sich sehen lassen. Gerne weiter so bei den nächsten Maßnahmen“, sagte Landrat Dr. Heiko Blume. Dann schnitt er das symbolische Band mit einer Schere durch und gab den Kreisel, der einen Außendurchmesser von 40 Metern hat, für den Verkehr frei.

Um den Bau zu beschleunigen, hatte die Uelzener Kreispolitik beschlossen, dass der Landkreis in Vorleistung für das Land geht. So hat er nicht nur die Entwurfsplanungen erstellen lassen, sondern auch das baurechtliche Verfahren sowie die Ausschreibung und die Auftragsvergabe auf den Weg gebracht.

Die Landesstraßenbaubehörde in Lüneburg hätte das Projekt in diesem Jahr nicht realisieren können, erklärte Alexander Ahrens, Leiter des Fachbereichs Bau, und lobte den Landkreis für dessen Initiative. Zudem kündigte er an: „Wir werden demnächst mit dem Bau des Radweges an der L 270 zwischen Wieren und Esterholz anfangen.“

Die Kosten für den Kreisel liegen bei rund 780 000 Euro. Davon übernimmt der Landkreis Uelzen knapp 20 Prozent, den Rest wird das Land dem Kreis für die Vorfinanzierung erstatten. „Ich bin mir sicher, dass wir hier deutlich weniger schwere Unfälle als in der Vergangenheit haben werden“, sagte Blume. Die beiden Blitzer an der L 270 bei Esterholz hätten „nicht so gefruchtet, wie wir uns das erhofft hatten“, gab der Landrat zu. Deshalb wurden diese Anlagen im Zuge der Bauarbeiten entfernt.

Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Unfallkommission, erinnerte daran, dass es von der ersten Empfehlung dieses Gremiums bis zur Fertigstellung des Kreisels 16 Jahre gedauert hatte. „Wir versprechen uns, dass wir hier nach vielen Jahren Ruhe haben werden“, hofft er auf deutlich sinkende Unfallzahlen. Dobslaw hatte sich seit Langem für den Bau des Kreisels eingesetzt. Er dankte Politik und Kreisverwaltung für die Umsetzung des Projekts. „Wenn wir diese Entscheidung heute in den politischen Gremien zu treffen hätten, wäre sie anders ausgefallen“, meinte er mit Blick auf die aktuelle Weltlage.

An der Einweihung nahmen auch einige Anwohner aus Esterholz teil. „Aus unserer Sicht hätte die Bauzeit noch ein halbes Jahr länger dauern können. So ruhig war der Verkehr in unserem Ort schon lange nicht mehr“, sagte Günter Meyer. Er kritisierte, dass die Tempo-70-Zone auf der L 270 jetzt nicht mehr am nördlichen Ortsrand beginnt, sondern deutlich näher ans Dorf herangerückt ist. Viele Autos würden künftig zu schnell in Richtung Kreisel rauschen, befürchtet Meyer. Der Lärmpegel durch Motorengeräusche werde zunehmen, und für die Anwohner werde es schwieriger, die L 270 zu überqueren. Der Kreis werde den Sachverhalt prüfen, versprach Blume.

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