Heimtierbestattungszentrum in Emern: Insolvenzverwalter sucht neuen Eigentümer

Krematorium steht zum Verkauf

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Wie geht es weiter im Heimtierbestattungszentrum? Der Ofen ist zu 95 Prozent fertig. Ein Haustier wurde bisher in Emern noch nicht eingeäschert. Für 420 000 Euro kann es gekauft werden.

Emern. Der Wind weht die Blätter von den Eichen und die Sonne strahlt vom herbstlichen Himmel.

Es ist ruhig und idyllisch im beschaulichen Emern – der Ort, der viele Male in den Schlagzeilen stand, weil auf dem ehemaligen Bauernhof des damaligen Bürgermeisters Peter Meyer ein Krematorium für Haustiere entstehen sollte. Doch bis heute wurde kein einziges Tier in Emern verbrannt oder eingeäschert.

Ein Insolvenzverfahren stoppte die Pläne des bisherigen Betreibers. „Man befindet sich in der Phase, das Grundstück zu verwerten und zu verkaufen, so wie es da steht“, heißt es von Seiten des Amtsgerichts in Uelzen. Darum kümmern sich der Insolvenzverwalter Boris Freiherr von dem Bussche und der Gläubigerausschuss. Laut einem Gutachten, das das Amtsgericht in Auftrag gegeben hat, liegt der Wert des Grundstücks samt Gebäuden bei 420 000 Euro.

Haustiere für die Bestattung können trotzdem noch in Emern abgegeben werden. Die Tiere werden in einem Krematorium bei Höxter eingeäschert. Zur Zukunft des Standorts in Emern will sich der bisherige Betreiber Enrico Albrecht nicht weiter äußern. Nur soviel: „Der Ofen ist zu 95 Prozent fertig.“ Gesprächiger ist Albrecht allerdings, wenn es um ein anderes Heimtierbestattungszentrum geht – in Brandenburg. „Dort wurde ein Krematorium für Haustiere mitten im Dorf gebaut“, schildert Albrecht. Sechs Mitarbeiter sind dort angestellt und ein kleines Café wurde errichtet.

Die Emerner Bürgerinitiative (BI) hat das Grundstück und das Gebäude fest im Blick. „Im Moment gibt es aber keinen Handlungsbedarf“, sagt BI-Sprecher Henner Kopp. Es kursieren Gerüchte durch den Ort, dass es einen möglichen Nachmieter geben könnte.

Rückblick: Eine erste Bauvoranfrage für das Heimtierkrematorium gab es Mitte des Jahres 2009. Im gleichen Jahr wurde die „Eichenhof Heimtierbestattungszentrum GmbH“, mit dem Geschäftsführer Enrico Albrecht gegründet. Im Januar 2010 wurde ein Bauantrag eingereicht. Im Mai des gleichen Jahres gründete sich die BI. Insgesamt gab die Initiative bisher 40 000 Euro für den Widerstand gegen das Krematorium aus und die Gemeinde zog bis vor das Oberverwaltungsgericht. Im Januar 2012 stand fest, dass das Heimtierkrematorium gebaut werden darf. Ende Januar meldete die GmbH Insovenz an.

Die Emerner BI wird genauestens beobachten, wie sich ein möglicher Bau des Heimtierbestattungszentrums weiter entwickelt. „Im Moment ist es sehr ruhig und schläfrig“, sagt Claus Baruschke, der zwei Häuser neben dem Krematorium in Emern wohnt und Mitglied der Initiative ist.

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