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Kosten für Kinderbetreuung sind drastisch gestiegen

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Von: Bernd Schossadowski

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Eine Erzieherin sitzt in einer Kita zusammen mit mehreren Kindern.
Die Betriebskosten für die Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Aue, hier ein Symbolbild, haben sich seit 2013 mehr als verdoppelt. Hauptgründe sind gestiegene Personalkosten und die Einrichtung neuer Gruppen. © Jens Büttner/dpa

Die jährlichen Betriebskosten für die Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Aue haben sich seit 2013 mehr als verdoppelt - auf inzwischen rund 2,21 Millionen Euro. Daher appelliert Verwaltungschef Michael Müller an den Landkreis Uelzen, die Kita-Zuschüsse zu erhöhen.

Bad Bodenteich/Wieren/Wrestedt – Die Betriebskosten für die Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Aue gehen steil nach oben. Das berichtete Verwaltungschef Michael Müller jetzt im Jugend- und Sportausschuss. Lag der Zuschussbedarf der Kitas 2013 noch bei 965 000 Euro, werde er 2022 auf rund 2,21 Millionen Euro steigen. „Wir müssen sehen, dass wir diese Kosten in den Griff bekommen“, betonte Müller.

Der Anstieg hat vor allem zwei Gründe: Zum einen haben sich die Personalkosten der Kita-Betreiber, des DRK-Kreisverbandes und der evangelisch-lutherischen Kirche, aufgrund tariflicher Steigerungen erhöht. Zum anderen wurden zum 1. August 2021 einige neue Betreuungsangebote in der Samtgemeinde geschaffen – mit entsprechend höheren Aufwendungen. So wurde für die evangelische Kita Bad Bodenteich und die DRK-Kita Wieren jeweils eine Waldgruppe eingerichtet, und im ehemaligen Jugendzentrum in Stadensen startete eine Kindergartengruppe mit maximal 20 Plätzen.

„Der Kita-Bereich stellt eine sehr große Belastung für den Samtgemeindehaushalt dar. Das ist eigentlich gar nicht mehr zu bewerkstelligen“, erklärte Müller. Als Ausgleich werde der Landkreis Uelzen den Kommunen voraussichtlich auch in diesem Jahr insgesamt vier Millionen Euro als Betriebskostenzuschuss zur Verfügung stellen. Davon entfällt laut Müller ein Anteil von 488 000 Euro auf die Samtgemeinde Aue. Diese Mittel seien aber finanziell nicht auskömmlich.

„Ich fordere den Landkreis daher auf, über eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses nachzudenken. In anderen Landkreisen funktioniert das“, sagte Müller in der Ausschuss-Sitzung. Denn die Samtgemeinde Aue übernehme mit der Kinderbetreuung eine Aufgabe der Kreisverwaltung.

Laura Streun, Sachbearbeiterin bei der Samtgemeinde, stellte dem Ausschuss die Betriebskosten der einzelnen Einrichtungen vor. So wird sich beispielsweise der Zuschussbedarf des Kindergartens Bad Bodenteich gegenüber 2021 von rund 505 000 Euro auf fast 579 000 Euro erhöhen. Den Löwenanteil des Anstiegs mache die Gründung der Waldgruppe aus, erläuterte Dorothee Drewes, Verantwortliche für die Verwaltung der Kita-Zentren im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Uelzen.

Dass sich die jährlichen Betriebskosten für den Hort in Bad Bodenteich von 98 000 auf 118 000 Euro erhöhen werden, habe ebenfalls einen Grund: „Die beiden Gruppen wurden zum 1. August 2021 von der Kita abgekoppelt. Der Hort ist jetzt eine eigenständige Einrichtung“, schilderte Drewes. Außerdem gebe es neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die Berechnung der Hortstunden. „Wir haben jetzt fast 28 Personalstunden mehr als zuvor“, sagte sie.

Genauso sieht es beim DRK als Betreiber der Kitas in Wieren und Wrestedt aus, berichtete die zuständige Bereichsleiterin Katrin von Campe. Den Anstieg der Betriebskosten für den Kindergarten Wieren von 412 000 auf etwa 477 000 Euro begründete sie vor allem mit der Einrichtung der Waldgruppe im August. Diese sei „eine wunderschöne Sache geworden“, freute sich von Campe. Auf das neue Angebot könne die Samtgemeinde stolz sein.

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