Samtgemeinde Aue plant Vererdungsanlage für eine Million Euro – und lehnt Transport nach Uelzen ab

Klärschlamm bleibt in Wrestedt

+
Noch wird der Klärschlamm in der Wrestedter Kläranlage mit einer Siebbandpresse entwässert. Doch das soll dort in naher Zukunft in mehreren Vererdungsbecken geschehen. Ein Transport des Schlamms nach Uelzen ist dagegen vom Tisch.

Wrestedt. Anders als die Stadt Uelzen und die Samtgemeinde Suderburg, die seit dem 1. Januar bei der Abwasserentsorgung gemeinsame Wege gehen (AZ berichtete), setzt die Samtgemeinde Aue auf Eigenständigkeit. Das wurde jetzt in der Sitzung des Betriebsausschusses deutlich.

Dabei stellte Alexander Kahlert, Betriebsleiter der Kläranlage Wrestedt, den neuen Sachstand zum geplanten Bau einer Vererdungsanlage für Klärschlamm vor.

Wie berichtet, sollen auf einem Grundstück neben der Kläranlage mehrere mit Schilf bewachsene Becken gebaut werden. In diesen soll der Schlamm auf natürliche Weise entwässert werden. „Das Investitionsvolumen beträgt etwa eine Million Euro“, sagte Kahlert. Der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss habe bereits grünes Licht für den Erwerb einer etwa 1,2 Hektar großen Fläche gegeben, die einer Privatperson gehört.

Demnächst werden sich die politischen Gremien damit beschäftigen. „Ich bin guten Mutes, dass wir das hinbekommen“, meinte Kahlert mit Blick auf die Gespräche mit dem Flächenbesitzer. Für das Vorhaben hat die Samtgemeinde bereits einen Förderantrag bei der NBank eingereicht. Möglich ist laut Kahlert ein Zuschuss von maximal 50 Prozent. Ob es eine Förderung gibt und wie hoch diese ausfällt, sei derzeit aber unklar.

Bislang wird der Klärschlamm in Wrestedt maschinell entwässert und danach auf landwirtschaftliche Felder ausgebracht. Allerdings ist es ungewiss, wie lange das noch erlaubt ist. Deshalb setzt die Samtgemeinde Aue zusammen mit der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN) auf das Vererdungsverfahren. Von diesem sollen auch die Einwohner profitieren. „Wir gehen davon aus, dass damit für die nächsten Jahre die Schmutzwassergebühr von 2,80 Euro pro Kubikmeter stabil gehalten werden kann“, sagte Kahlert.

Eine Schlamm-Entsorgung in der Uelzener Kläranlage hält CUN-Abteilungsleiter Michael Urbach indes für nicht sinnvoll. „Ein Transport per Lkw nach Uelzen wäre ökologisch wirklich Schwachsinn“, sagte er. Außerdem müsste die Samtgemeinde dafür einen Schlammspeicher in der Wrestedter Kläranlage bauen und den Schlamm vorentwässern, was zusätzliche Kosten verursachen würde.

Auch die Möglichkeit, den Schlamm per Leitung nach Uelzen zu pumpen, lehnt Urbach ab. Aufgrund der Entfernung sei das nicht wirtschaftlich. „Wenn wir aber die Vererdungsanlage bauen, müssen wir nur einmal Geld in die Hand nehmen und haben dann gesicherte Kosten für die nächsten 15 Jahre“, sagte Urbach. Er glaubt nicht, dass der Uelzener Abwasserbetrieb ein Angebot mit einer so langen Preisbindung abgeben könne. Nicht zuletzt könne die Samtgemeinde mit einer Vererdungsanlage die Eigenständigkeit ihrer Kläranlage erhalten.

„Wir sind überzeugt, dass der Weg, den wir eingeschlagen haben, der richtige ist und der richtige bleiben wird“, betonte Betriebsleiter Kahlert. Dem schloss sich der Ausschuss an.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare