Startschuss für vier Becken

Bau der Klärschlamm-Anlage bei Stederdorf steht kurz bevor

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Südlich der Kläranlage der Samtgemeinde Aue bei Stederdorf sind die ersten Bäume und Sträucher entfernt worden. Dort werden ab dem Frühjahr vier große Becken für die Klärschlamm-Vererdung gebaut.

Stederdorf – Die Fläche ist mit Holzpflöcken markiert, zudem wurden außerhalb der Vegetationszeit Bäume gerodet und Sträucher entfernt.

Es sind die ersten Zeichen, dass unmittelbar südlich der Kläranlage bei Stederdorf demnächst ein millionenschweres Projekt startet: der Bau einer Vererdungsanlage für Klärschlamm, den die Samtgemeinde Aue und ihr technischer Dienstleister, die Celle-Uelzen-Netz, gemeinsam in Angriff nehmen.

„Der Landkreis hat dafür jetzt die Baugenehmigung erteilt“, berichtet Abwasser-Betriebsleiter Alexander Kahlert. Derzeit laufe die öffentliche Ausschreibung für die Arbeiten. Es hätten sich viele Firmen beworben. „Es gibt ein großes Interesse aus der Wirtschaft“, sagt Kahlert, ohne die Zahl der abgegebenen Angebote nennen zu wollen.

Diese werden morgen geöffnet und anschließend geprüft. Möglicherweise wird der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss bereits in der nächsten Woche über die Auftragsvergabe beschließen. „Wenn nicht, dann auf jeden Fall noch im März“, ist Kahlert überzeugt. Der Bau der Anlage soll im Frühjahr beginnen, die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist bis zum Jahresende vorgesehen.

Geplant sind vier jeweils rund 2500 Quadratmeter große Vererdungsbecken. Diese werden mit Folie verkleidet und mit Kies und Schilf bestückt. „Der Klärschlamm bleibt dort zwölf bis 15 Jahre drin, bis er erstmalig ausgefahren wird“, erklärt Kahlert. In der Zwischenzeit wird der Schlamm auf natürliche Weise entwässert und in seiner Menge reduziert. Am Ende soll der Trockensubstanz-Gehalt mindestens 50 Prozent betragen. Bislang sind es nur fünf Prozent. Deshalb wird der Schlamm derzeit noch in Zentrifugen entwässert – ein sehr energie- und kosten- intensives Verfahren.

Kahlert hofft, dass die landwirtschaftliche Verwertung des Klärschlamms auch in 15 Jahren noch erlaubt ist. Das sei aber ungewiss. „Es wird schon jetzt immer schwieriger, dafür Abnehmer zu finden.“ Die Alternative wäre, den Schlamm künftig zu verbrennen. Doch auch das sei sehr teuer.

Laut Kahlert belaufen sich die geschätzten Gesamtkosten für das Vorhaben auf 1,7 bis 1,8 Millionen Euro. Etwa zwei Drittel davon entfallen auf die Vererdungsanlage, vom Rest werden der technische Umbau der Kläranlage, die Planungskosten und die Ersatzpflanzung von Bäumen und Sträuchern finanziert. „Wir bekommen von der EU und dem Land, über mehrere Jahre verteilt, etwa 900 000 Euro an Zuschüssen“, freut sich der Betriebsleiter. Sein Fazit: „Wenn wir die Anlage in Betrieb nehmen, haben wir beim Klärschlamm erst mal für viele Jahre Ruhe.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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