Samtgemeinde investiert vier Millionen Euro in Becken und Silos bei Stederdorf

Kläranlage erhält neues Gesicht

Ortstermin auf der Kläranlage: Nils Schön (links), Teamleiter bei der Celle-Uelzen Netz GmbH, und Alexander Kahlert, Leiter des Abwasserbetriebs der Samtgemeinde Aue. Die beiden Belebungsbecken im Hintergrund bleiben bestehen.
+
Ortstermin auf der Kläranlage: Nils Schön (links), Teamleiter bei der Celle-Uelzen Netz GmbH, und Alexander Kahlert, Leiter des Abwasserbetriebs der Samtgemeinde Aue. Die beiden Belebungsbecken im Hintergrund bleiben bestehen.

Stederdorf – Es brummt gewaltig auf der Kläranlage bei Stederdorf. Doch es sind nicht etwa Insekten, die über das Gelände schwirren. Die Geräusche kommen aus einem mächtigen Silo.

Dort sind Arbeiter gerade dabei, den Beton der Bodenplatte mit dröhnenden Maschinen zu glätten. Es ist der akustische Beweis, dass der Umbau der Kläranlage auf Hochtouren läuft.

Hier wird der Klärschlamm entwässert: In zwei der vier Vererdungsbecken wächst bereits Schilf. 

Rund vier Millionen Euro investiert die Samtgemeinde Aue in die Modernisierung der etwa 25 Jahre alten Anlage. Knapp die Hälfte des Geldes ist in den Bau von vier jeweils 3300 Kubikmeter fassenden Becken zur Klärschlammvererdung geflossen. Wie berichtet, wird der dort eingeleitete Schlamm über einen Zeitraum von durchschnittlich 12,5 Jahren auf natürlichem Weg getrocknet und somit in der Menge reduziert. Zur Verdunstung der Masse trägt auch das Schilf bei, das bereits in zwei der vier Becken gepflanzt wurde. Die beiden anderen wurden unterdessen mit Klärschlamm befüllt.

Maschinen-Einsatz im Schlamm-Stabilisationsbecken: Arbeiter glätten den Beton der Bodenplatte.

Für den Bau der Vererdungsanlage und die Umstellung der Kläranlage auf eine energieeffiziente Abwasserreinigung hat die Samtgemeinde umfangreiche Fördermittel erhalten, berichtet Alexander Kahlert, Leiter des Abwasserbetriebes. 665 000 Euro gab es von der NBank, 224 000 Euro steuerte das Land als Co-Finanzierung bei. „Wir haben die maschinelle Schlammentwässerung über eine Zentrifuge abgeschafft. Das war ein großer Stromfresser mit Kosten von etwa 120 000 Euro pro Jahr“, schildert Kahlert. Stattdessen wird der Schlamm künftig in den vier Becken entwässert, was auf lange Sicht viel Energie und Geld spart.

Das Gebäude, in dem sich bislang die Zentrifuge befand, wird künftig anderweitig genutzt. Dort werden zwei neue Rechenanlagen mit Sandfang und Sandwaschanlage eingebaut. Zudem wird das Gebäude durch einen Anbau erweitert.

Keine Veränderungen sind bei den beiden Belebungsbecken auf dem Gelände der Kläranlage geplant. Dagegen werden zwei Schlammsilos eine neue Nutzung erhalten. Eines davon wird zum Misch- und Ausgleichsbecken umgebaut. „Es soll bei Spitzenzuflüssen, zum Beispiel durch Starkregen, die großen Mengen abfangen“, erläutert Kahlert. Damit werde die Betriebssicherheit der Kläranlage verbessert, ergänzt Nils Schön, Teamleiter bei der Celle-Uelzen Netz GmbH. In das Betonsilo, das außerhalb der Zeiten von Spitzenzuflüssen leer ist, werden demnächst Rührwerke und Messtechnik installiert.

Gleich nebenan wird derzeit ein weiterer Behälter umgebaut: jenes Silo, in dem die Arbeiter die Bodenplatte erstellen. Es wird künftig der Stabilisierung des Klärschlamms dienen. Durch Sauerstoff-Eintrag soll erreicht werden, dass der Schlamm kompakter wird, bevor er in die Vererdungsbecken gepumpt wird. „Unser Ziel ist, Ende 2020 mit den beiden Silos in Betrieb zu gehen“, blickt Kahlert voraus.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare