Eltern sehen Betreuung ihres Nachwuchses im Wrestedter JuZ und Umzug nach Bodenteich skeptisch

„Kinder leiden unter der Situation“

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Das angestammte Gebäude des Wrestedter DRK-Kindergartens kann wegen Schimmelbelastung nicht mehr genutzt werden.

Wrestedt. Der für Anfang August geplante Umzug aller vier Gruppen des DRK-Kindergartens Wrestedt auf das ehemalige BGS-Gelände in Bad Bodenteich stößt bei vielen betroffenen Eltern auf Skepsis.

Sie sehen die bis Dezember vorgesehene Nutzung des neuen Domizils zwar als notwendiges Übel, denn das bisherige Kindergartengebäude in Wrestedt kann wegen eines Schimmelschadens nicht mehr genutzt werden (AZ berichtete). Trotzdem bereitet der Umzug den Eltern Sorgen.

„Es geht um das Wohl unserer Kinder“, betont Bettina Marquardt. Die Mutter einer vierjährigen Tochter spricht für etwa 40 Elternpaare, die sich in einer WhatsApp-Gruppe organisiert haben. Seit Mitte April sind die rund 80 Mädchen und Jungen des Kindergartens im Wrestedter Jugendzentrum untergebracht. Das sei für die Kinder eine erhebliche Belastung, erklärt Marquardt. Der Platz im JuZ sei recht beengt, und es gebe weniger Spielzeuge und Bücher.

„Die Kinder leiden unter der Situation. Sie wollen teilweise morgens nicht mehr in den Kindergarten gehen“, schildert Bettina Marquardt. Der Umzug ins JuZ sei eine „massive Belastung“ für die Kinder. Der Wechsel nach Bad Bodenteich werde für sie erneut eine Veränderung darstellen. „Sie müssen sich wieder an eine neue Umgebung gewöhnen“, so Marquardt. Die Eltern fordern daher, endlich für Kontinuität bei der Betreuung der Kinder zu sorgen.

Der von der Samtgemeinde Aue geplante Bus-Shuttle-Service zwischen Wrestedt und Bad Bodenteich sei ein gutes Angebot, findet Bettina Marquardt. Sie wünscht sich aber, dass neben den Rückfahrtszeiten um 12.30 und 16 Uhr noch eine dritte Fahrt nach Wrestedt um 14.30 Uhr angeboten wird. Zur Kostenbeteiligung der Eltern an dem Shuttle-Bus will sich Marquardt jedoch erst äußern, wenn feststeht, wie hoch die finanzielle Belastung der Eltern wird.

Die Aufteilung der Kosten für den Bus beschäftige die Eltern sehr, sagt André Schwedland, erster Elternvertreter des Wrestedter Kindergartens und somit Sprecher für alle vier Gruppen. „Viele sind wütend, dass von ihnen auch noch Geld verlangt wird“, schildert der Vater einer fünfjährigen Tochter. Die Samtgemeinde, so die Meinung zahlreicher Eltern, habe die Sanierung der Wasserschäden im Kindergarten jahrzehntelang versäumt und bitte nun die Eltern zur Kasse. „Das Vertrauen gegenüber der Samtgemeinde ist weg“, sagt Schwedland. „Den Eltern geht es ums Prinzip: Die Samtgemeinde hätte viel früher reagieren müssen.“

Schwedland berichtet auch von einer Unterschriftenliste, in die sich Eltern eingetragen hätten. Auf dieser würden der Landkreis Uelzen und die Landeschulbehörde aufgefordert, dass die Samtgemeinde Aue die Kosten für den Transport der Kinder vollständig übernimmt.

Trotz allem seien sich die Eltern aber einig, dass der befristete Umzug nach Bad Bodenteich die einzig sinnvolle Lösung sei. Damit verbunden sei aber die Hoffnung, dass spätestens Anfang 2019 das neue Kindergartengebäude in Wrestedt fertig und dauerhaft nutzbar ist. „Wir sollten alle zusammenhalten, nur so kriegen wir eine Lösung hin“, appelliert Schwedland an die Beteiligten. „Wenn wir uns gegenseitig die Köpfe einhauen, bringt das gar nichts.“

Von Bernd Schossadowski

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