Brandschutzproblem im Bollenser Tunnel: Schilder sollen brisante Ladungen stoppen

Keine Durchfahrt für Gefahrgüter

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Züge und Autos dürfen, Gefahrguttransporte nicht mehr: Der Tunnel zwischen Klein Bollensen und Bollensen wird ab nächster Woche für gefährliche Ladungen gesperrt.

Bollensen. Die Unterführung unter dem Elbe-Seitenkanal in Bollensen schreibt ein weiteres Kapitel: Da das Brandschutzproblem noch immer nicht gelöst ist, vollzieht das Wasser- und Schifffahrtsamt eine Sofortmaßnahme.

Schilder werden aufgestellt, die den Tunnel für Gefahrguttransporte sperren.

„Es gab auch die Überlegung, ob der Tunnel einseitig gesperrt werden soll“, erklärt Aues Bauamtsleiter Alexander Kahlert. Doch eine Ampelanlage sei zu teuer, schließlich müsse diese gemietet werden und die Sanierung des Bauwerks kann sich noch über Jahre hinziehen. Für Gefahrguttransporte, zu denen beispielsweise Heizöltransporter gehören, wird eine Umleitungsstrecke eingerichtet. Die Schilder werden am Ortsausgang von Stederdorf stehen und an der Abzweigung nach Klein Bollensen sowie in Klein Bollensen selbst. In Bollensen steht ein Schild am Dorfplatz, damit Fahrzeuge noch wenden können, und sicherheitshalber noch ein weiteres am Ortsausgang. „Die Schilder werden im Laufe der nächsten Woche aufgestellt“, erläutert Kahlert.

Auch in diesem Fall beruft sich das Ingenieurbüro Pabst und Pape, das mit dem Brandschutz beauftragt worden, auf ein Szenario, das im schlimmsten Fall auftreten könne. Kollidieren zwei Gefahrguttransporter im Tunnel, dann kann es schnell dazu kommen, dass ein Feuer im Tunnel ausbricht und der Betonträger wegplatzt. Dann liegt der Stahlträger frei und könnte sich verflüssigen und die Brücke im schlimmsten Fall einstürzen.

Die Kosten für die Beschilderung trägt das Wasser- und Schifffahrtsamt. Sie werden die nächsten Jahre dort stehen bleiben, denn noch steht nicht einmal fest, ob das Bauwerk saniert wird oder neu entsteht.

Das 136 Meter lange Bauwerk ist übrigens nur aus straßenrechtlicher Sicht ein Tunnel. Für die Bahn ist es eine Röhre – ein Tunnel beginnt erst ab einer Länge von 500 Metern. Aus Sicht des Wassers handelt es sich um ein Überführungsbauwerk.

Von Jörn Nolting

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