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Kalksandsteine fehlen: Arbeiten an Wrestedter Krippe mussten eine Woche ruhen

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Von: Bernd Schossadowski

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Baustopp an der Krippe
Erst seit dem gestrigen Montag können die Arbeiten für die Erweiterung der Krippe am Mittelweg in Wrestedt fortgesetzt werden. Weil Kalksandsteine nicht lieferbar waren, gab es zuvor einen einwöchigen Baustopp © Schossadowski, Bernd

Es ist keine leichte Zeit für Bauherren: Liefer-Engpässe, die Corona-Pandemie und nun auch noch Krieg in der Ukraine. Das macht sich auch in Wrestedt bemerkbar.

Manchmal ist es zum Verzweifeln: Für die geplante Erweiterung der Krippe in Wrestedt hat die Samtgemeinde Aue bereits wichtige Gewerke in Auftrag gegeben. Doch in der gesamten vorigen Woche mussten die Arbeiten auf der Baustelle am Mittelweg ruhen. Der Grund: Die beauftragte Firma wartete vergeblich auf die Lieferung von Kalksandsteinen, mit denen die Wände auf der bereits gegossenen Bodenplatte gemauert werden sollten. Erst seit gestern kann dort wieder gearbeitet werden, weil eine Teilmenge der Steine eingetroffen ist.

Unterbrochene Lieferketten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und jetzt auch noch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine: Die globalen Märkte befinden sich in Turbulenzen, Baumaterial ist ein knappes Gut. Das wirkt sich auch auf die Arbeiten an der Wrestedter Krippe aus. „Ich arbeite schon seit 36 Jahren bei der Samtgemeinde, aber so etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Bauamtsleiter Alexander Kahlert im AZ-Gespräch.

Doch es fehlen nicht nur Kalksandsteine für die Wände. Die Samtgemeinde habe auch schon die Dachpfannen ausgesucht – und warte jetzt vergeblich darauf. „Sie sind derzeit nicht lieferbar“, berichtet Kahlert. Die Verwaltung habe sich deshalb für andere Dachpfannen entschieden, die sich in der Farbe geringfügig von der ursprünglichen Variante unterscheiden, erklärt Jörn Schöttle, technischer Angestellter bei der Samtgemeinde.

Und die Lieferengpässe betreffen noch weitere Materialien, die für die Krippe benötigt werden. „Die Estrich-Tackerplatten sind der nächste Knackpunkt. Sie sind zurzeit in der Ausschreibung, aber wir sind nicht sicher, ob sie auch lieferbar sind. Doch davon hängen die folgenden Gewerke ab“, sagt Schöttle.

Schon jetzt hätten sich die Arbeiten verzögert. Ein Grund sei die Entsorgung des Asbests im ehemaligen Kindergartengebäude gewesen, das in der Nähe der Krippe stand und im März abgerissen wurde (AZ berichtete). „Der schwachgebundene Asbest musste abgefräst und anschließend mit einem Spezialsauger entfernt werden. Doch wir mussten drei Wochen auf den Sauger warten“, schildert Schöttle.

Eigentlich sei die Inbetriebnahme der neuen Krippe für Februar 2023 geplant, blickt Kahlert voraus. „Aber wir können nicht die Hand ins Feuer legen und sagen: Das wird zeitlich so klappen. Ganz einfach, weil wir nicht wissen, ob das Material zu bekommen ist.“

Zum Glück hätten sich die Lieferprobleme noch nicht auf die Kosten ausgewirkt. Bisher habe die Samtgemeinde im Zusammenhang mit der Krippen-Erweiterung Aufträge für rund eine Million Euro vergeben. „Zurzeit beträgt die Kostenabweichung 2700 Euro nach oben. Das ist für mich eine Punktlandung“, sagt Kahlert. „Aber wir wissen nicht, was noch kommt.“ Kostensteigerungen bei den Gewerken, die sich aktuell noch in der Ausschreibung befinden, zum Beispiel Estrich, Putz, Trockenbau, Elektro sowie Heizung-Lüftung-Sanitär, seien nicht auszuschließen. Dann werde sich zeigen, ob die Samtgemeinde das geschätzte Kostenvolumen von insgesamt 2,4 Millionen Euro für die Baumaßnahme einhalten könne.

Ein großes Lob zollt Kahlert unterdessen den Baufirmen, die am Mittelweg im Einsatz waren oder sind: „Sie leisten Top-Arbeit. Wir können nur Gutes über sie sagen und sind mit ihnen total zufrieden.“

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