Politik empfiehlt Ersatz

Ein 39 Jahre altes Gefährt schwächelt: Fahrzeug der Stadenser Wehr immer öfter defekt

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Ortsbrandmeister Fred HIlmer mit dem 39 Jahre alten Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Stadensen. Weil es immer wieder wegen Defekten ausfällt, soll mittelfristig ein neues Fahrzeug angeschafft werden.

Stadensen – Mit einem satten Röhren springt der Dieselmotor des Tragkraftspritzenfahrzeugs TS 8/18 der Freiwilligen Feuerwehr Stadensen an. Dann setzt sich der 39 Jahre alte Mercedes-Unimog in Bewegung. Doch das war in den vergangenen Jahren nicht immer so.

Regelmäßig traten bei dem Fahrzeug technische Probleme auf, vor allem mit der Elektronik.

Allein seit 2016 summieren sich die Reparaturkosten auf rund 9.000 Euro. Deshalb soll es in den kommenden Jahren eine Ersatz- oder Neubeschaffung geben. Das hat der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Aue jetzt einstimmig empfohlen.

„Das TS 8/18 ist das älteste Fahrzeug im Bestand der Samtgemeinde“, berichtete Fachbereichsleiter Hendrik Kunitz. „Es ist wirtschaftlich nicht mehr vertretbar, mittelfristig noch viel Geld in das Fahrzeug zu stecken.“ Die Einsatzfähigkeit sei beeinträchtigt. So sei das Fahrzeug öfters nicht angesprungen, mehrfach habe die Wehr den Notdienst rufen müssen.

Zudem seien kürzlich bei einer Begutachtung durch eine Fachfirma erhebliche Mängel festgestellt worden. Diese hätten dazu geführt, dass das TS 8/18 die Hauptuntersuchung nicht bestanden habe, sagte Kunitz. Zwar sei das Fahrzeug nun wieder instandgesetzt und habe eine TÜV-Plakette bis 2021 erhalten, doch künftige Ausfälle seien nicht auszuschließen.

Aus Sicht der Samtgemeinde sollte daher eine Ersatz- oder Neubeschaffung vorgenommen werden. Die Kosten würden sich laut Verwaltung auf etwa 350.000 Euro belaufen. In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeister Michael Müller auf die Fachmesse „Interschutz“, die im Juni 2020 in Hannover stattfinden wird. „Alle Hersteller bauen dafür Vorführfahrzeuge“, erklärte Müller. Im Rahmen ihrer öffentlichen Ausschreibung will die Samtgemeinde Nebenangebote zulassen – in der Hoffnung, auf diesem Weg ein solches voll ausgerüstetes Vorführfahrzeug erwerben zu können.

Allerdings wäre die Auslieferung frühestens 2021 möglich, gab der stellvertretende Gemeindebrandmeister Torben Oetzmann zu bedenken. Ähnlich sehe es auf dem freien Markt aus: Für ein individuell zusammengestelltes Fahrzeug betrage die Lieferzeit 24 Monate.

Nach Ansicht des Ausschusses besteht dringender Handlungsbedarf. „Dass eine Ersatzbeschaffung erfolgen muss, ist unabdingbar“, betonte Vorsitzende Sylvia Meier (SPD) und sprach sich dafür aus, Nebenangebote zuzulassen. Auf Empfehlung der Kommunalpolitiker soll die Verwaltung bereits jetzt die öffentliche Ausschreibung vorbereiten, damit möglichst zügig Ersatz für das TS 8/18 bestellt werden kann.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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