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In der Esterauniederung bei Könau entstehen vier neue Amphibiengewässer

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Von: Theresa Brand

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Florian Bibelriether an der Esterauniederung
Florian Bibelriether zeigt ein Laichgewässer, das optimale Bedingungen für Amphibien bietet: Nicht zu tief, flache Ufer, mit Wasserpflanzen bewachsen und mit viel Sonnenlicht. © Brand, Theresa

Damit Laubfrösche und Kammmolche Orte zum Laichen finden, werden in der Esterauniederung zwischen Könau und Krötze derzeit vier neue Teiche angelegt. In den flachen Mulden finden die Tiere optimale Bedingungen zur Fortpflanzung.

Könau – Flach sollen die Teiche sein, die Böschung nicht zu steil und wenig bewachsen, damit viel Sonne auf die Wasseroberfläche gelangt. Vier solcher sogenannten Laichgewässer gräbt ein Kettenbagger zurzeit in der Esterauniederung zwischen Könau und Krötzmühle. Sie sollen Amphibien – genauer gesagt Laubfröschen und Kammmolchen – ideale Bedingungen zur Fortpflanzung bieten. „Die Amphibien mögen es warm“, sagt Florian Bibelriether, Geschäftsführer von Amphi Consult Germany.

Den Rest erledigt die Natur von alleine


Nachdem die Mulden, die an der tiefsten Stelle etwa einen Meter tief sind, mit Wasser gefüllt werden, erledigt die Natur den Rest. „Im Boden sind genug Samen vorhanden“, erklärt Bibelriether und zeigt auf die Pflanzen auf den Feuchtwiesen in der Esterauniederung. „Und die Tiere finden den Weg zu den Laichplätzen von selbst“. Bis es so weit ist, dauert es aber etwa zwei Jahre, bis sich das Gewässer auf natürliche Art und Weise einreguliert. Erst dann hat sich eine Pflanzenstruktur gebildet und ein ausreichendes Nahrungsangebot für die Amphibienlarven entwickelt.

Doch diese Art von Teichen geht seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück, sodass die Amphibien kaum Plätze zum Laichen finden. Grund dafür ist, dass Feuchtwiesen oft für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt und zu Ackerland umgewandelt werden. Hier, nördlich von Könau, hat der Nabu Uelzen bereits 2013 mit der Renaturierung der Esterau begonnen. In Absprache mit den Flächeneigentümern wurde der Fluss wieder in seinen ursprünglichen Verlauf gebracht und das umliegende Gelände zum „Erlebnisraum Esterauniederung“.

Optimale Bedingungen in der Esterauniederung

Bibelriether zeigt auf einen der Teiche. „Das sind im Prinzip optimale Bedingungen hier“, sagt er. Denn auf der umliegenden Wiese grasen Dülmener Pferde und halten so die Ränder der Gewässer auf ganz natürliche Weise frei. „Fantastisch“, bekräftigt Bibelriether noch einmal. Er muss es wissen, denn der gebürtige Bayer hat schon in ganz Europa Nationalparks mitgeplant und betreut. Mit Amphi Consult, dass das derzeitige Projekt mit dem Nabu umsetzt, setzt er sich für Amphibienschutz ein. Die Teiche, die hier entstehen, sind nur vier von rund 300 Gewässern, die in Niedersachsen bis 2024 angelegt werden. Das Ganze ist Teil eines EU-Förderprojektes „Life“, auch der Landkreis Uelzen unterstützt die Naturschutzmaßnahme.

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