Lage ist für viele Flutopfer noch katastrophal

Helfer aus der Samtgemeinde Aue erneut im Einsatz an der Ahr

Ein Teil des Helferteams aus der Samtgemeinde Aue vor den Weinbergen im Ahrtal.
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Ein Teil des Helferteams aus der Samtgemeinde Aue beim Einsatz im Ahrtal. Links Joachim Evers aus Stadensen, der die Hilfsaktion koordiniert hat.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Das Helferteam um den Stadenser Joachim Evers war jetzt erneut im Einsatz für Flutopfer an der Ahr. Unter anderem wurden Heizungen, Boiler und Fenster repariert.

Stadensen/Altenburg – Als die Hochwasserkatastrophe das Ahrtal und weitere Gebiete im Westen Deutschlands im Juli heimsuchte, waren die dramatischen Ereignisse in allen Medien präsent. Doch inzwischen ist das Schicksal der Flutopfer an der Ahr etwas in Vergessenheit geraten. Welche Ängste die Betroffenen noch haben, davon berichtet der Stadenser Joachim Evers, der bereits fünf Mal bei Hilfseinsätzen im Ahrtal war, jetzt der AZ. „Der Winter steht vor der Tür. Die Geschädigten fragen sich: Wie geht es für uns weiter? Hoffentlich werden wir nicht vergessen“, schildert Evers.

In größeren Orten und den Städten an der Ahr komme der Wiederaufbau langsam voran. Das hat Evers nach seinem jüngsten Einsatz im Flutgebiet beobachtet. „Dort sind wesentlich mehr Helfer, die Vernetzung klappt besser, auch die Versorgung mit Lebensmitteln“, sagt er. Das Baumaterial sei zentral in großen Zelten untergebracht. „In kleineren, entfernten Orten wie Dernau, Rech, Mayschoß oder Altenburg sieht es aber noch katastrophal aus. Jede Hilfe ist willkommen.“

Kürzlich war Evers zusammen mit mehreren Helfern, zumeist Handwerkern, aus der Samtgemeinde Aue wieder im Ahrtal. In den vergangenen Monaten hatten sie dort Strom, Wasser und Heizungen in Häusern wieder hergestellt und Heizlüfter installiert. „Wir als kleine Gruppe leisten bei jeder Aktion als Team Großes“, sagt Evers.

Zum Beispiel im Ort Rech. Im Haus der Winzerfamilie Sebastian läuft die Heizung nun wieder. Hilfe wurde auch im Weinversand geleistet. Dort verpackten die Handwerker aus der Samtgemeinde Aue den „Flut-Wein“ in Kisten. „Spenden von Kaminöfen und deren Aufbau tragen zu kleinen Entlastungen bei, denn sie sorgen für Wärme in den Räumen“, erklärt Evers. In den Häusern unterstützen größere Ventilatoren die Trocknung. Zudem wurden in Dernau einige Familien mit Brennholz versorgt.

Auch Frank Faltin, der einen Gasthof in Altenburg betreibt, hat jetzt wieder Hoffnung. Im Juli hatte das Hochwasser bis zur Oberkante des Erdgeschosses seines Hauses gestanden. Inzwischen haben Evers und seine Mitstreiter den Heizkessel im Gasthof wieder instand gesetzt und den Boiler angeschlossen. Jetzt läuft die Heizung wieder, es wurden neue Fenster eingebaut und nach mehr als drei Monaten gibt es endlich warmes Wasser, auch für die Helfer in den Pensionszimmern.

„Dass kleine Maßnahmen so viel Freude und Glück verbreiten, Solidarität, Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit selbstverständlich sind, überrascht uns immer wieder“, freut sich Evers. „Was hier bei uns Normalität ist, ist dort ganz anders.“ Deshalb sei noch immer jede helfende Hand gefragt. Weitere Infos gibt es auf der Facebook-Seite „Elektroseelsorge(r) Walporzheim“ und im Internet unter handwerkerhelfen.de und helfer-stab.de.

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