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Mit Harke und Rasenmäher

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Von: Lars Lohmann

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Seit 26 Jahren kümmern sich die Einwohner Kahlstorfs, Klein Pretziers und Groß Pretziers um die Pflege ihres Friedhofes. Für die Arbeiten werden jüngere Freiwillige gesucht. Foto: Lohmann
Seit 26 Jahren kümmern sich die Einwohner Kahlstorfs, Klein Pretziers und Groß Pretziers um die Pflege ihres Friedhofes. Für die Arbeiten werden jüngere Freiwillige gesucht. © Lohmann

Kahlstorf. Umsäumt von Bäumen direkt hinter dem Ortsausgang in Richtung Klein Pretzier liegt der Kahlstorfer Friedhof. Seit 26 Jahren wird dieser von Ehrenamtlichen gepflegt und gehegt.

Zunächst von sieben Frauen aus Kahlstorf, Klein Pretzier und Groß Pretzier, dann auch von ihren Männern. Jetzt haben die freiwilligen Friedhofsgärtner aus Altersgründen den Staffelstab an ein jüngeres Team übergeben. Doch bisher fehlt es laut der neuen Organisatorin der Pflegearbeiten Ute Schwasta noch an jüngeren Freiwilligen, die sich an der Aufgabe beteiligen. Sodass auch die Älteren weiterhin bei der Pflege des Friedhofs helfen.

So fährt etwa der 82-jährige Horst Schumacher immer noch regelmäßig mit seinem roten Rasenmähertrecker von Klein Pretzier aus die kurze Strecke zum Friedhof. Dort wird das Gras dann fein säuberlich getrimmt, damit es ordentlich auf dem Friedhof aussieht. Andere kommen mit der Harke und richten die Sandwege auf dem Friedhof her oder reparieren die Friedhofspforte. Der 93-jährige Heinz Buchholz hingegen hilft nicht mehr bei den Arbeiten. „Mit 90 hab’ ich aufgehört. Ich hätte gerne noch weitergemacht, aber das ging körperlich einfach nicht mehr“, berichtet er.

Angefangen hat alles 1991. „Es fand sich niemand mehr, der die Pflege für die Gemeinde übernehmen wollte“, berichtet Ute Schwastas Vorgängerin Gundula Steep. Dann hätten sich sieben Frauen zusammengefunden und die Pflege übernommen. „Wir wollten den Friedhof erhalten, der ist für unsere drei Orte sehr wichtig“, sagt Gundula Steep. Seit 1929 werden die Einwohner der drei Orte auf dem Friedhof beerdigt. Das Land selbst hatte ein ortsansässiger Bauer zur Verfügung gestellt. Davor wurden die Einwohner Kahlstorfs, Klein Pretziers und Groß Pretziers in Lehmke bestattet.

Zuerst wurde noch ohne Männer gepflegt, denn die standen noch im Beruf. Die seien nach und nach hinzugekommen, als sie in Rente gingen. Schon vorher hätten sie aber bei schwereren Arbeiten geholfen, etwa beim Heckeschneiden oder dem Anpflanzen neuer Bäume.

Die ehrenamtliche Arbeit ist für Ute Schwasta auch deshalb so wichtig, weil sie dazu beiträgt, den Kahlstorfer Friedhof für die Dorfbewohner zu erhalten und gut für den Zusammenhalt in den drei Orten ist.

„Ohne unsere Arbeit, gäbe es den Friedhof vielleicht gar nicht mehr“, glaubt sie.

Von Lars Lohmann

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