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Handwerker aus der Samtgemeinde Aue im Einsatz für Flutopfer

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Von: Bernd Schossadowski

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Elf Männer aus dem Handwerkerteam sitzen und stehen um einen Tisch herum.
Das Helferteam aus der Samtgemeinde Aue, unterstützt durch einen Handwerker aus Aurich. © Privat

Ein Handwerkerteam um den Stadenser Joachim Evers war jetzt wieder im Einsatz für Flutopfer an der Ahr. Die ehrenamtlichen Helfer reparierten unter anderem Heizungen, Fenster und Elektro-Anlagen.

Stadensen/Dernau – Der Kontrast könnte nicht größer sein. Auf einem Hügel in Dernau erstreckt sich ein idyllischer Weinberg. Die Szenerie mutet fast wie in südlichen Gefilden an. Doch nur ein paar Kilometer weiter, in Altenahr, fällt der Blick auf die Überreste einer Steinbrücke. Auch sechs Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal sind die Zerstörungen noch immer präsent.

Einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten und den betroffenen Menschen Mut zu machen, das hat sich eine Gruppe von Handwerkern aus der Samtgemeinde Aue vorgenommen. Ein elfköpfiges Team um den Stadenser Joachim Evers, unterstützt durch drei Helfer aus Winsen und Aurich, war jetzt wieder mehrere Tage im Einsatz an der Ahr – mit einem Lkw sowie einigen Service- und Privatfahrzeugen.

„Die Menschen haben die Hoffnung, dass es endlich wieder bergauf geht“, berichtet Evers nach seiner Rückkehr im AZ-Gespräch. Viele Bewohner hätten „arge Probleme“. Sie litten noch immer psychisch unter den Folgen der Flutkatastrophe vom Juli 2021. Andere hätten Ärger mit Versicherungen, deren Zahlungen auf sich warten ließen.

Außerdem gebe es gegenüber den Helfern, die aus ganz Deutschland ins Ahrtal kommen, mitunter Berührungsängste. „Die Bewohner haben ein gewisses Misstrauen, weil einige von ihnen schlechte Erfahrungen gemacht haben“, erklärt der Stadenser. Neben vielen engagierten, vertrauenswürdigen Helfern seien in den vergangenen Monaten auch einige dubiose Geschäftemacher aufgetaucht, die die Notlage der Menschen für eigene Zwecke ausgenutzt hätten.

Evers, der jetzt zum siebten Mal bei einem Hilfseinsatz im Ahrtal war, hat sich mit seinem Handwerkerteam aus der Samtgemeinde Aue hingegen schon ein gutes Netzwerk aufgebaut und ist ein gern gesehener Helfer. „Die große Dankbarkeit der Flutopfer ist immer wieder überwältigend“, sagt er. Geholfen werde nicht nur mit Spendengeldern oder durch Arbeitskraft. „Wir sind da und hören den Menschen zu, geben ihnen Zuspruch. Wir machen auch eine Art Seelsorge, Es ist wichtig, ihnen zu zeigen: Es geht ein Stück voran.“

Vor allem aber haben die Helfer um Evers wieder tatkräftig angepackt. Aufgeteilt in Teams, arbeiteten sie in verschiedenen Orten an der Ahr. Unter anderem wurden Fußbodenheizungen verlegt und einige Heizungen repariert. In mehreren Häusern kümmerten sich die Helfer um die Elektro-Installation, damit danach Arbeiten wie das Verputzen von Wänden und Verlegen von Estrichen fortgeführt werden konnten.

In einem neu errichteten Zentrallager für Baustoffe und in einem Containerdorf schlossen die Helfer aus der Samtgemeinde Aue mehrere Wohncontainer an. „Unser Tischler aus dem Team hat in etlichen Häusern der Flutopfer Fenster ausgemessen und mit gespendeten Fenstern verglichen“, berichtet Evers. „Leider passen sehr viele Fenster nicht. Es sind Fehlproduktionen aus Werken und Handwerksbetrieben.“

Zudem brachten die Helfer gespendetes Baumaterial, zum Beispiel Fliesen, Klinkersteine, Stahlzargen und Türen, aber auch dringend benötigtes Brennholz mit und verteilten es an die Flutopfer. „Es war wieder ein gelungener Einsatz eines großartigen Teams. Auch mit einer Wochenendaktion kann man sehr viel erreichen“, freut sich Evers. Vor Ort gebe es aber noch eine Menge zu tun. Deshalb verspricht der Stadenser: „Wir kommen wieder“ – das nächste Mal voraussichtlich Anfang März.

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