Handwerker aus der Samtgemeinde Aue erneuern Elektrik im Ahrtal

„Es geht in kleinen Schritten voran“

Hermann Schulz (von links), Joachim Evers, Sascha Bock haben die Elektrik im Haus von Gregor Sebastian in Walporzheim bei ihrem vergangenen Einsatz im Ahrtal komplett erneuert
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Hermann Schulz (von links), Joachim Evers, Sascha Bock haben die Elektrik im Haus von Gregor Sebastian in Walporzheim bei ihrem vergangenen Einsatz im Ahrtal komplett erneuert.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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„Es ist nach wie vor Stress ohne Ende“, so fasst Joachim Evers die derzeitige Situation im Ahrtal zusammen. Der Stadenser war jetzt mit zwei weiteren Handwerkern über ein Wochenende in Walporzheim im Einsatz. Dort haben sie die Elektrik eines Hauses komplett erneuert.

„Es gibt noch viele Häuser ohne funktionierende Elektrik und damit auch ohne Heizung“, erklärt Evers. Daher hätten sie sich vor Ort den „Elektroseelsorgern“ angeschlossen. Das ist eine Gruppe von Handwerksmeistern, die die Einsätze der ausgebildeten Elektriker vor Ort koordiniert. Sie teilen die Teams zu den Einsätzen ein und klären im Vorfeld rechtliche Fragen wie den Versicherungsschutz. „Der Verwaltungsaufwand ist gewaltig. Ohne eine Organisation vor Ort geht es nicht mehr“, sagt Evers. Zudem seien sie so auch rechtlich abgesichert.

„Von unserer Arbeit profitieren Leute, die keine Elementarversicherung abgeschlossen haben“, sagt der Stadenser. Im Einsatz waren Evers, Hermann Schulz und Sascha Bock dieses Mal im Haus von Gregor Sebastian. „Die Arbeit gleicht einer Grundsanierung“, sagt Evers. Leitungen müssen neu verlegt werden und Sicherungskästen angebracht werden, denn ohne Strom geht nichts. In den Kellern müssen die Entfeuchter weiter im Dauerbetrieb arbeiten. Und da viele noch keine funktionierende Heizungsanlage haben, müssen Heizlüfter laufen.

„Es geht in kleinen Schritten voran. Es ist noch viel Arbeit“, sagt Evers. Viele Menschen im Ahrtal sehnten sich nach einer Rückkehr zur Normalität, doch die sei noch lange nicht da. „Viele sind daher jetzt umgezogen“, berichtet Evers. Vor allem die Jüngeren.

Der Einsatz bei Sebastian hat laut Evers noch einen unverhofften Nebeneffekt gehabt. Denn Sebastian ist Ortsvorsteher von Walporzheim. „Jetzt haben wir für die Hilfsprojekte der Samtgemeinde einen direkten Ansprechpartner“, sagt Evers. Man habe bereits Kontakt zwischen Sebastian und Samtgemeindebürgermeister Michael Müller hergestellt, der die Hilfsaktionen aus der Samtgemeinde Aue koordiniert.

Was die Menschen im Ahrtal jetzt vor allem brauchen, sind laut Evers Handwerker wie Elektriker, Heizungsbauer und Co. „Die elementaren Bedürfnisse sind jetzt wichtig. Strom, Wasser, Heizung“, sagt Evers. In den meisten Häusern gebe es immer noch keine Heizung. Daher sei es wichtig, dass sich noch weitere Handwerker finden, die im Ahrtal ehrenamtlich helfen möchten.

Wer sich informieren möchte, findet unter helfer-stab.de Ansprechpartner. Dort gibt es auch eine genaue Übersicht über Dinge des alltäglichen Bedarfs, die noch gebraucht werden. Evers rät dazu, sich dort vorher zu informieren. Im Januar will er das nächste Mal ins Ahrtal fahren.

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