Wasser- und Stromanschlüsse in Häusern im Ahrtal repariert

Handwerker aus dem Raum Stadensen helfen Flutopfern

Neun Handwerker sitzen zusammen in einer Runde unter einem Zelt.
+
Acht Handwerker aus Stadensen, Stederdorf und Nienwohlde, hier mit Unterstützung eines auswärtigen Helfers, haben in mehreren Häusern im Ahrtal gezielt Wasserleitungen, Hauselektrik und Heizungen repariert.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
    schließen

Zusammen mit sieben weiteren Handwerkern aus dem Raum Stadensen hat Joachim Evers Flutopfern im Ahrtal geholfen. Dabei haben die ehrenamtlichen Helfer gezielt Wasser- und Stromanschlüsse sowie Heizungen in Häusern repariert.

Stadensen/Ahrweiler – Die Zerstörungen durch das jüngste Hochwasser im Ahrtal fasst der Stadenser Joachim Evers in drei Worten zusammen: „Chaos ohne Ende.“ Um die von der Flut betroffenen Menschen ganz praktisch zu unterstützen, ist der gelernte Elektroinstallateur kürzlich mit sieben weiteren Handwerkern aus dem Raum Stadensen in den Landkreis Ahrweiler gefahren. „Wir haben dort gezielt Hilfe in den Häusern der Familien geleistet, also Strom, Wasser und Heizung wieder hergestellt“, erzählt Evers der AZ. „Zwei Tage haben wir voll durchgearbeitet, und zwar alles ehrenamtlich.“

Bewusst beschritt der 66-Jährige dabei einen anderen Weg als viele weitere Freiwillige, die im Hochwassergebiet im Einsatz waren. „Wir haben nicht flächendeckend Hilfsgüter verteilt, sondern vor Ort Strukturen geschaffen. Man sollte nicht einfach runterfahren, um helfen zu wollen. Es bringt viel mehr, konzentriert und koordiniert tätig zu werden“, betont Evers.

Zusammen mit den Stadensern Bernd Conrad, Sascha Bock, Maik Tiemann, Daniel Oetke und Hans-Werner Schmidt sowie dem Stederdorfer Jörn Packmohr und dem Nienwohlder Michael Osterkamp fuhr Evers vor etwa einer Woche in die Krisenregion im Norden von Rheinland-Pfalz. Mit mehreren Fahrzeugen brachten sie Pumpen, Schläuche, Elektromaterialien, Kabel und vieles mehr ins Ahrtal. Dem Handwerkerteam gehörten unter anderem ein Elektromeister, ein Heizungsbaumeister und ein Klimatechniker an.

Die Hilfsaktion stand unter der Schirmherrschaft von Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Er stellte den Handwerkern für ihren Einsatz einen Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr Stadensen zur Verfügung und nahm Kontakt zum Bürgermeister von Ahrweiler auf. Der offizielle Charakter der Mission über die Samtgemeinde Aue habe dem Team vor Ort sehr geholfen, um Absperrungen passieren zu dürfen und gezielt helfen zu können, freut sich Evers.

Einsatzorte waren Ahrweiler, Walporzheim und Rech. „In Ahrweiler haben wir einen Mann getroffen, dessen Geschäfts- und Privathaus, wie alle in der Straße, in der unteren Etage komplett mit Schlamm gefüllt war“, ist Evers noch immer fassungslos. Drei Läden im Gebäude mussten entkernt werden. „Wir haben die Wände rausgeschlagen, die Wasserversorgung aufgebaut, Toiletten und Duschen wieder in Betrieb genommen“, berichtet der Stadenser. Die Dankbarkeit der Menschen für die Hilfe sei sehr groß gewesen.

In einem Haus befreite das Team einen Stromverteiler mit einem Hochdruckreiniger vom Schlamm. Außerdem schlossen die Handwerker einen Baustromverteiler an und versorgten drei Wohnungen mit Strom. In einer von ihnen übernachtete das Team. „Zwei von uns haben sich freiwillig zum Schlafen in die Fahrzeuge gelegt, um Plünderungen zu verhindern“, erklärt Evers. Denn diese seien im Krisengebiet keine Seltenheit gewesen.

In guter Erinnerung ist Evers hingegen die ausgezeichnete Koordination der Hilfen durch die Freiwillige Feuerwehr in Rech. Das sei auch dringend notwendig gewesen, denn die Zerstörungen durch die Flut seien in dem Ort besonders groß. „Da gibt es Landstriche von 500 Metern, auf denen kein Haus mehr steht“, schildert der Stadenser. „Viele Menschen haben dort keine Perspektive mehr, alles ist komplett weg. Es ist unvorstellbar.“

Mit dem Einsatz des Teams im Ahrtal ist Evers sehr zufrieden. „Das hat so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe“, sagt er. Verwaltungschef Müller ist voll des Lobes. „Es ist sehr gut gelaufen. Der koordinierte Ablauf der Aktion, das war für mich das Unterstützenswerte.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare