Dank üppiger EU- und Landesmittel: Bau der Klärschlamm-Vererdungsanlage bei Wrestedt rückt näher

Grünes Licht für Millionenprojekt

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In der Wrestedter Kläranlage wird der Klärschlamm zurzeit noch per Siebbandpresse entwässert. Vom kommenden Jahr an soll das auf natürliche Weise in einer Vererdungsanlage geschehen.

Wrestedt. Die Samtgemeinde Rosche hat es vorgemacht und vor einigen Wochen mit dem Bau einer Vererdungsanlage für Klärschlamm begonnne (AZ berichtete). Nun will die Samtgemeinde Aue nachziehen und eine solche Anlage östlich von Wrestedt errichten.

Die Chancen, das voraussichtlich 1,33 Millionen teure Projekt zu realisieren, sind inzwischen deutlich gestiegen. Denn wie Verwaltungschef Michael Müller mitteilt, kommt die Samtgemeinde Aue in den Genuss üppiger Fördergelder.

Eine Zusage über EU-Mittel in Höhe von 665.000 Euro hatte die Samtgemeinde bereits vor einiger Zeit von der NBank erhalten. Nun steht fest, dass es auch noch eine Co-Finanzierung durch Landesmittel in Höhe von 239.400 Euro geben wird. Somit beträgt der Eigenanteil der Samtgemeinde an dem Vorhaben lediglich rund 425.000 Euro.

Für die Gebührenzahler ist das eine sehr gute Nachricht. „Ich gehe davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren eine Gebührenstabilität gewährleisten können“, sagt Alexander Kahlert, Betriebsleiter der Wrestedter Kläranlage. Schon seit 2006 zahlen die Haushalte in der Samtgemeinde für die Schmutzwasser-Entsorgung unverändert 2,80 Euro pro Kubikmeter. Angesichts des Abschreibungszeitraums von mehreren Jahrzehnten lasse sich die geplante Vererdungsanlage gut finanzieren, meint Kahlert.

Wie berichtet, sollen neben der Wrestedter Kläranlage drei mit Kies bedeckte und mit Schilf bewachsene Becken entstehen. In ihnen soll das Wasser im Klärschlamm über Jahre hinweg verdunsten. Dadurch verringert sich am Ende die Menge, die verbrannt werden muss. Das Vererdungsverfahren sorgt auch für Planungssicherheit, denn es ist unklar, wie lange Klärschlamm laut Gesetz noch auf Feldern verteilt werden darf. Bislang wird dieser in der Wrestedter Kläranlage per Siebbandpresse entwässert.

Laut Kahlert ist ein Ingenieurbüro gerade dabei, die Vorplanung für die Vererdungsanlage zu erstellen und den Bauantrag vorzubereiten. Betreiber der neuen Anlage ist die Celle-Uelzen Netz als Dienstleister der Samtgemeinde Aue. Details der Planung sollen im August in einer öffentlichen Betriebsausschuss-Sitzung besprochen werden.

„Wir hoffen, dass bis Ende dieses Jahres alle Genehmigungen vorliegen und die Planung fertig ist, sodass die Ausschreibung der Arbeiten beginnen kann“, erklärt Kahlert. Baubeginn könnte dann im März oder April 2019 sein, die Inbetriebnahme der neuen Anlage im Spätsommer oder Frühherbst des Jahres, blickt Kahlert voraus.

Dass die Samtgemeinde Rosche etwas schneller mit dem Bau der Kies- und Schilfbecken ist, sei für die Samtgemeinde Aue nicht von Nachteil, glaubt Kahlert. „Wir profitieren von den Erfahrungen der Roscher bei der Planung und dem Bau der Anlage.“ Die Nachbarkommune habe eher mit dem Projekt beginnen können, weil sie schneller an die dafür notwendigen Flächen gekommen sei.

Von Bernd Schossadowski

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