Änderungen beim Bauwerk unterhalb der Bahnlinie

Geplanter Tunnel in Wieren erhält kombinierten Fuß- und Radweg

Mehrere Radfahrer überqueren den Bahnübergang bei Wieren, dahinter fahren einige Autos.
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Noch überqueren Radler und Autofahrer den Bahnübergang auf der L 270 in Wieren höhengleich. Doch im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Bahnlinie Uelzen-Stendal soll an dieser Stelle eine Unterführung gebaut werden.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Im Tunnel, der unter dem Bahnübergang auf der Landesstraße 270 in Wieren gebaut werden soll, wird es nun doch zu beiden Seiten einen kombinierten Fuß- und Radweg geben. Das hat jetzt ein Vertreter der DB Netz mitgeteilt.

Wieren – Ein zweispuriger Fahrzeugtunnel unter dem Bahnübergang auf der Landesstraße 270 in Wieren: Dieses millionenschwere Vorhaben des Landes Niedersachsen hatte Andreas Hartwig, Projektleiter bei der DB Netz, im Juni während einer virtuellen Infoveranstaltung zum ab 2025 geplanten zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Stendal vorgestellt. Jetzt haben sich die Pläne dazu konkretisiert. Wie Philipp Morio vom Team Ostkorridor Nord auf Anfrage des Vereins „Wieren 2030“ mitteilt, wird im Tunnel nun doch zu beiden Seiten ein kombinierter Fuß- und Radweg gebaut.

Anders hatte das vor zwei Monaten ausgesehen. Während der Infoveranstaltung hatte Hartwig erklärt, dass es nur einen beidseitigen Fußweg, aber keine eigene Tunnelquerung für Radler geben werde (AZ berichtete). „Vor und hinter dem Bauwerk müsste es einen eigenen Radweg geben. Das ist im Moment nicht der Fall“, hatte Hartwig damals als Begründung genannt. Doch nun hat die DB Netz in dieser Frage eine Kehrtwende vollzogen. „Wir freuen uns über diese Lösung, die es uns im Rahmen unseres Projekts erlaubt, auch abseits der Gleise die lokalen Gegebenheiten noch besser zu berücksichtigen“, sagt Morio.

Außerdem stellt er klar: Die Entscheidung über einen integrierten Rad- und Fußweg in der geplanten Straßenunterführung habe nicht im Ermessensspielraum der DB Netz oder des Projekts Ostkorridor Nord gelegen. Voraussetzung sei die Anordnung einer lokalen Radwege-Benutzungspflicht durch den Landkreis Uelzen als verantwortliche Straßenverkehrsbehörde für die L 270 gewesen. Diese sei jetzt erfolgt. „Das Bauwerk wird von uns mit beidseitigen, kombinierten Fuß- und Radwegen geplant. Die Benutzung der Radwege ist dann zukünftig aufgrund der Anordnung der Straßenverkehrsbehörde verpflichtend“, erläutert Morio.

Die neue Planung stößt bei „Wieren 2030“ auf ausdrückliche Zustimmung. „Wir sind glücklich und zufrieden. Damit wird eine Forderung erfüllt, die wir schon seit einem Jahr aufgestellt haben“, sagt Dieter Schoop, Pate für das Handlungsfeld Verkehr bei „Wieren 2030“, auf AZ-Anfrage. Der Verein habe stets betont, dass nur ein Fußweg in der Unterführung nicht ausreiche. „Wenn Radler auf die Straße ausweichen müssen und dort Lastwagen entlangfahren, geht das gar nicht. Das ist viel zu gefährlich“, warnt Schoop. Im Übrigen hatte er Hartwig schon im Juni darauf hingewiesen, dass entlang der L 270 zwischen Wieren und dem Esterholzer Kreuz ein Radweg gebaut werden soll.

Alexander Kahlert, stellvertretender Gemeindedirektor von Wrestedt und Leiter der Bauverwaltung, sieht aber noch ein Problem im Zusammenhang mit dem Tunnel: In Richtung Uelzen werden die Radler auf der östlichen Seite der L 270 durch die geplante Unterführung fahren. Dahinter wird der neue Radweg jedoch auf der westlichen Seite beginnen. Das Überqueren der viel befahrenen Landesstraße sei an dieser Stelle nicht ungefährlich, weil Autofahrer die Radler aufgrund des Gefälles in der geplanten Unterführung zu spät sehen könnten, glaubt Kahlert. „Die Einfädelung des Radverkehrs hinter dem Tunnel muss noch geklärt werden. Der Landkreis und das Land sind aber gerade dabei, eine Lösung zu finden“, sagt er.

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