„Ein Schlag ins Gesicht der Bürger“

Geplante Schließung der Volksbank-Filiale in Wrestedt stößt auf scharfe Kritik

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Die Volksbank in Wrestedt wird Ende Mai geschlossen, die Kunden müssen dann nach Uelzen ausweichen. FotoS: BS / STK / PRIVAT

Wrestedt – Für die Einwohner der Gemeinde Wrestedt ist es eine schlechte Nachricht: Die Volksbank Uelzen-Salzwedel hat jetzt angekündigt, ihre Filiale in Wrestedt zum Monatsende zu schließen. Vom 1.

Juni an müssen die dortigen Kunden die Volksbank-Filiale an der Gudesstraße 25 in Uelzen aufsuchen.

Das Geldinstitut begründet diese Entscheidung mit dem veränderten Verhalten der Privatkunden: Immer mehr Bankgeschäfte würden online und nicht direkt in den Filialen vor Ort erledigt. „Die Anzahl der in unseren Filialen durchgeführten Beratungen wächst zwar stetig, diese konzentrieren sich allerdings zunehmend auf unsere großen Geschäftsstellen“, erklären die Vorstandsmitglieder Hans-Joachim Lohskamp und Carsten Mielke. Außerdem sehe sich die Volksbank mit „immer weiter steigenden Bürokratiekosten“ aufgrund neuer staatlicher Regeln konfrontiert – eine Folge der Finanzkrise ab 2007.

Die angekündigte Schließung der Volksbank-Filiale sei „ein Schlag ins Gesicht der Bürger“, findet Wrestedts Bürgermeister Peter Ramünke (SPD). „Das ist schade und sehr, sehr ärgerlich“, sagt er im AZ-Gespräch. „Insgesamt schwächt das unsere Situation ganz erheblich.“ Denn für einige Kunden sei der Weg, den sie ab Juni zur Filiale in Uelzen zurücklegen müssen, beschwerlich.

Peter Ramünke, Bürgermeister von Wrestedt

Zudem befürchtet der Bürgermeister, dass auch die Wrestedter Einkaufsmärkte unter der Schließung der örtlichen Volksbank leiden werden. „Es besteht die Gefahr, dass die Bankkunden, wenn sie schon mal in Uelzen sind, dort auch ihren gesamten Einkauf erledigen“, warnt Ramünke.

Er hätte sich gewünscht, dass die Volksbank zumindest einen Geldautomaten in Wrestedt installiert. Doch diese Hoffnung habe sich nicht erfüllt, bedauert Ramünke. Mit Blick auf die angekündigte Filialschließung meint er: „Wir können diese Entscheidung nur hinnehmen, aber zufrieden stellt uns das in keiner Weise.“

Michael Müller, Gemeindedirektor von Wrestedt

Ähnlich sieht es Gemeindedirektor Michael Müller. Er hat nach eigenen Worten in den vergangenen Wochen Gespräche mit dem Volksbank-Vorstand über einen möglichen Erhalt der Wrestedter Filiale geführt – vergeblich. Die Entscheidung, den Standort zu schließen, sei „sehr negativ für die Infrastruktur des Kernortes Wrestedt“, sagt Müller.

Gerade für ältere Menschen werde es mühselig sein, die Bankgeschäfte in Uelzen erledigen zu müssen. „Ich stelle mir jemandem im fortgeschrittenen Alter aus Klein London oder Nienwohlde vor, der extra dort hinfahren und sich noch ein Parkplatz suchen muss, um anschließend Überweisungen zu tätigen oder Geld abzuheben“, beschreibt der Gemeindedirektor. Denn viele ältere Menschen zahlten noch mit Bargeld – und nicht etwa per Online-Banking. Daher lautet Müllers Fazit: „Es ist nicht akzeptabel, dass die Filiale geschlossen wird.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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