Zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Salzwedel: Resolution an die Abgeordneten

Rat fordert optimalen Lärmschutz

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Mitten durch Wieren (Bild), Wrestedt und Stederdorf rollen die Züge. Wenn die Amerikalinie in Richtung Salzwedel zweispurig ausgebaut wird, gibt es mehr Lärm. Bekommen die Anwohner mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz?

Kallenbrock. Zu diskutieren gab es da wenig am Donnerstagabend in Kallenbrock: Der Rat der Gemeinde Wrestedt unterstützt die Vereine Dorfleben Wrestedt und Wieren 2030, die beim geplanten zweispurigen Ausbau der Amerikalinie zwischen Uelzen und Salzwedel erhebliche mehr Lärm für die Anwohner befürchten.

Wilfried Meyer

In einer Resolution, die laut Gemeindedirektor Michael Müller an alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten des Kreises Uelzen verschickt wird, fordert der Rat bestmöglichen Lärmschutz für die Anwohner in den drei Dörfern. Die Entscheidung fiel einstimmig. „Wir fordern den Landkreis Uelzen, die Mitglieder des Niedersächsischen Landtages und des Deutschen Bundestages auf, Beschlüsse zu fassen beziehungsweise Maßnahmen zu ergreifen und Gesetze zu erlassen, um alle Vereinbarungen aus dem Dialogforum Schiene Nord einzuhalten“, heißt es in dem von den beiden Vereinen formulierten Text. Dabei geht um den in dem Forum gefundenen Kompromiss, der sich auf die Formel Bahnstreckenausbau gegen optimalen Lärmschutz bringen lässt.

„Eindeutig ergibt sich aus dem formulierten ,Konsens in der Region‘, dass der Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Halle (mit ,Amerikalinie Ost‘ Uelzen-Stendal) zum ,Alpha-E‘ gehört“, betonen die Verfasser. Was ihr Misstrauen weckt: Im Bundesverkehrswegeplan seien Alpha-E und die Ost-West-Strecke als zwei getrennte Projekte aufgenommen worden. Eine Fußnote im Bundesverkehrswegeplan zeige, welcher Lärmschutz beim zweispurigen Ausbau vorgesehen sei: „Dieser Lärmschutz entspricht nicht den im Abschlussdokument genannten Bedingungen.“

Und dies, obwohl die Abgeordneten der Region sowie die Verkehrsministerien in Hannover und Berlin dem Abschlussdokument des Forums zugestimmt hätten. Nur wenn es den versprochenen Lärmschutz für die Bevölkerung über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus gebe, werde es in der Bevölkerung Akzeptanz für die Baumaßnahmen geben.

„Wenn die zwei Gleise nicht dabei wären, würde das ganze Projekt nicht funktionieren“, sagt Wilfried Meyer von Dorfleben Wrestedt. „Die Bahn wird von der Bundesregierung mit dem Ausbau beauftragt. Deshalb versuchen wir, über die Bundestags- und Landtagsabgeordneten das Beste rauszuholen.“ In Wrestedt und Stederdorf grenzen einige Grundstücke direkt an die Bahngleise an. Hier seien nicht nur hohe Lärmschutzwände bis weit in die Felder notwendig, fordert Meyer. Auch gedämpfte Schienen sowie Lärmfänger aus Gummi seien denkbar.

Wie viel Lärmschutz es für die Wrestedter, Stederdorfer und Wierener geben wird, das wird bei einem Runden Tisch der Bahn am Dienstag, 20. Februar, in Stederdorf Thema sein. Das teilte Gemeindedirektor Müller im Rat mit. Er betont: „Wir sind ganz am Anfang. Wir haben keine Planungsunterlagen.“ Die Veranstaltung ist nicht öffentlich. Eingeladen sind Vertreter der Vereine, des Gemeinderats und der Verwaltung.

Von Gerhard Sternitzke

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