„Ein Strich wird gezogen“

Flüchtlingshilfe Wrestedt stellt Fahrradwerkstatt ein – Spende übergeben

Regina Erdmann und Jutta Wenzl sind dankbar für das Geld, das die „Fahrradwerkstatt“ eingenommen hat und das jetzt von Almuth Gräfin Grote, Joachim Evers und Lutke Ebeling (von links) übergeben wurde.
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Regina Erdmann und Jutta Wenzl sind dankbar für das Geld, das die „Fahrradwerkstatt“ eingenommen hat und das jetzt von Almuth Gräfin Grote, Joachim Evers und Lutke Ebeling (von links) übergeben wurde. 

Wrestedt – Rund vier Jahre war sie die zentrale Anlaufstelle für kaputte Fahrräder – jetzt stellt die Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe Wrestedt schrittweise ihren Dienst ein.

Die Werkstatt soll zwar für reine Reparaturen weiterhin betrieben werden, aber „ein Strich wird gezogen“, sagt Almuth Gräfin Grote, die die Räumlichkeiten in einem alten Gasthaus zur Verfügung stellt. Aus diesem Anlass ließen Lutke Ebeling, Leiter der Fahrradwerkstatt, Joachim Evers, Obermonteur, und Gräfin Grote nun die vergangenen Jahre Revue passieren.

Zu Beginn habe der Fokus nicht nur auf Fahrrädern gelegen, erzählt Ebeling. Man habe durch Spendenaufrufe in der AZ auch unter anderem Möbel und Kleidung gesammelt und in die Flüchtlingsunterkünfte gebracht – und die Bürger hätten „sehr bereitwillig gegeben“. Die meisten hätten der Sache einen „guten Sinn“ zugeschrieben, ergänzt Evers.

Nachdem die Werkstatt dann im November 2015 eröffnet worden war, wurden auch vorwiegend Fahrräder gespendet. Das Projekt habe sich positiv entwickelt, erzählt Evers stolz, viele Flüchtlinge hätten bei kleineren Reparaturen selbst mit Hand angelegt. Durch die komplizierte Technik der Räder seien aber Profis nötig gewesen, sagt Ebeling – Profis wie Evers. Je nach Größe des Fahrrads zahlten die Flüchtlinge dann einen Betrag von zehn oder 20 Euro, der anschließend in Ersatzteile und andere nötige Anschaffungen investiert wurde.

In der Hochzeit der Flüchtlingswelle sei es in der Werkstatt wie auf einem Basar zugegangen, erinnert sich Ebeling, aber man habe gute Erfahrungen gemacht, wie Gräfin Grote anmerkt. Konflikte habe es nicht gegeben. „Das Signal und die Geste sind wichtig gewesen“, betont sie. Und auch Evers blickt auf viele gesammelte Erfahrungen zurück: „Es war das alles wert.“

Über die Jahre konnten Ebeling und seine Kollegen durch den Verkauf der aufgearbeiteten Fahrräder einen Betrag von 2000 Euro sammeln. Eine Summe, die sie nun als Spende an den Kinderschutzbund Uelzen überreichten. Auch dieser beschäftige sich schließlich viel mit Flüchtlingen, hier sei das Geld „gut angebracht“, meint Ebeling.

Die Mitarbeiterinnen Jutta Wenzl und Regina Erdmann nahmen das Geld dankend an: „Wir freuen uns sehr über die großzügige Spende. Das ist wirklich ein besonderes Weihnachtsgeschenk“, sagte Wenzl.

VON DANIEL BIELING

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