Ursache des Feuers ist noch ungeklärt

Entsetzen nach Wohnhausbrand in Wieren: 17-Jähriger gestorben

Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei stehen vor dem durch einen Brand zerstörten Wohnhaus in Wieren.
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So sah die Brandruine in Wieren am Dienstagvormittag aus. Zwei Feuerwehrleute reinigten mit einem Schlauch eine verrußte Leiter. Daneben nahmen Brandermittler der Polizei das zerstörte Wohnhaus in Augenschein.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Beim Brand eines Wohnhauses an der Hauptstraße in Wieren ist am frühen Dienstagmorgen ein 17-jähriger Bewohner gestorben. Sein 65 Jahre alter Vater wurde mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik nach Hamburg gebracht. Im Ort herrscht nach dem verheerenden Brand Entsetzen.

Wieren – Neben dem Eingang stehen Gartenzwerge. Doch die Idylle trügt. Vor der Tür des Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße in Wieren haben sich große Mengen Löschwasser angesammelt. Ein Stapel zerbrochener, verrußter Dachpfannen liegt auf dem Rasen. Noch schlimmer sieht es im Obergeschoss des roten Ziegelhauses aus. Das Feuer, das dort am Dienstagmorgen aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen ist, hat Verwüstungen hinterlassen: ausgebrannte Dachbalken, zerborstene Scheiben und eine vollkommen zerstörte Wohnung. Ein 17-Jähriger ist bei dem Feuer ums Leben gekommen, sein 65 Jahre alter Vater hat schwere Brandverletzungen erlitten.

„Das sind Situationen, bei denen man sich wünscht, dass man sie nie erlebt“, sagt ein Bewohner des Hauses gestern im Gespräch mit der AZ. Erschüttert und verzweifelt blickt er auf die Brandspuren an dem mehr als hundert Jahre alten Haus, in dem er seit 1994 lebt. Nur durch einen Zufall hat er das verheerende Feuer unbeschadet überstanden. „Gegen 4 Uhr früh bin ich durch die Schreie des jungen Mannes aus dem Obergeschoss aufgewacht“, erzählt der Bewohner, und aus seiner Stimme klingt Fassungslosigkeit. „Zuerst habe ich gedacht, draußen ist eine Schlägerei oder auf der Straße ist ein Unfall passiert. Dann habe ich plötzlich die Rufe ,Feuer! Feuer!‘ gehört.“

Heller Feuerschein dringt aus der Wohnung

Als der Mann, der im Erdgeschoss wohnt, ins Freie läuft, sieht er einen hellen Feuerschein in der Wohnung des 17-Jährigen. Und er handelt, ohne zu zögern: Sofort klingelt er an der Wohnungstür eines älteren Ehepaares, das neben ihm im Haus wohnt, und weckt dieses. Unverletzt können sich die beiden nach draußen retten. Auch der Bruder des Bewohners, der in einer anderen Wohnung lebt, ist inzwischen wach geworden und steht vor dem brennenden Haus. Kurz darauf treffen die ersten Feuerwehrleute am Brandort ein.

Engeren Kontakt zu dem 17-Jährigen aus dem Obergeschoss hatte der Bewohner nicht gehabt. „Man hat sich mal im Haus gesehen und gegrüßt, mehr aber nicht“, berichtet er. Dass der junge Mann gestorben ist und sein Vater schwere Verbrennungen erlitten hat, nimmt ihn sichtlich mit. Und nicht nur ihn: Sein Bekannter, der neben ihm steht und mit dem Smartphone Fotos von der Brandruine macht, muss sich immer wieder Tränen aus den Augen wischen.

Wie es für den Bewohner weitergeht, ist noch unklar. Kriminalermittler der Polizei und ein Sachverständiger untersuchten gestern das Haus nach Brandspuren und überprüften, ob das Gebäude möglicherweise einsturzgefährdet ist. Mit rot-weißem Flatterband wurde das Mehrfamilienhaus abgesperrt. Das obere Stockwerk ist völlig ausgebrannt, das Löschwasser hat sich bis ins Erdgeschoss ausgebreitet. „Ich hoffe, dass ich wieder in meine Wohnung reinkann“, sagt der Mann. Doch so ganz überzeugt ist er nicht.

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