Vermehrt technische Probleme in Stederdorf

Feuchttücher verstopfen Kanäle und Rechen der Kläranlage

Ein gefülltes Klärbecken der Kläranlage bei Stederdorf.
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In der Kläranlage der Samtgemeinde Aue bei Stederdorf kommen immer mehr Feuchttücher an. Das führt zu technischen Problemen.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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In der Kläranlage der Samtgemeinde Aue bei Stederdorf kommen immer mehr Feuchttücher aus dezentralen Klärgruben an. Das sorgt für technische Probleme und höheren Personalaufwand, denn die Tücher verstopfen den Rechen der Kläranlage.

Stederdorf – Eigentlich dürfte es jedem Bürger bekannt sein: Feuchttücher sollen nicht in der Toilette heruntergespült werden. Denn wegen ihrer robusten Struktur lösen sie sich, anders als WC-Papier, nicht auf und können die Kanalisation verstopfen. Diese muss dann mühsam freigeräumt werden.

Ein neues Phänomen stellt Nils Noack von der Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN), dem technischen Dienstleister der Samtgemeinde Aue, fest: Auch in dezentralen Kleinkläranlagen finden sich immer öfter Feuchttücher. „Die Klärgruben sind vermehrt damit belastet – etwas, was wir in den Jahren davor nicht hatten“, sagte Noack jetzt in der Sitzung des Betriebsausschusses der Samtgemeinde.

Die Gruben werden regelmäßig von der CUN geleert. Ihr Inhalt wird danach mit einem Spülwagen zur Kläranlage bei Stederdorf gebracht, wo mitunter größere technische Probleme entstehen. „Die Feuchttücher können den Rechen verstopfen, sodass das Abwasser überläuft“, schilderte Noack. Deshalb müssten die Mitarbeiter der Kläranlage das Einleiten der Fäkalien aus dem Spülwagen genau kontrollieren und zudem die Feuchttücher aus dem Rechen entfernen. „Damit ist ein höherer Personalaufwand verbunden“, berichtete Noack.

Ausschussmitglied Jörg Formella (CDU) appellierte daher an die Bürger, keine Feuchttücher in Kleinkläranlagen zu entsorgen oder in Toiletten herunterzuspülen. „Man sollte das Bewusstsein schärfen, was das für Folgen in der Technik und Abwasserreinigung hat“, meinte auch Ausschussvorsitzender Michael Bombeck (Grüne).

Einen besonders krassen Fall hatte es im Februar 2020 in Bad Bodenteich gegeben. Dort holten CUN-Mitarbeiter einen großen schwarzen Klumpen aus dem Schmutzwasserkanal der Industriestraße. Es waren Massen von Feuchttüchern, die sich dort über mehrere Jahre angesammelt und den Abfluss wie ein Korken blockiert hatten. Die Folge: Die Toilettenspülung in den Häusern konnte nicht ablaufen. Zwei Mal musste die CUN den Kanal im Tiefbau öffnen, vier Mal kam der Spülwagen zum Einsatz, der das Rohr mit Hochdruck reinigte. Zum Schluss wurde der mehrere Kilo schwere Tücherklumpen aus vorgelagerten Schächten abgesaugt. Die Beseitigung der Störung kostete etwa 20 000 Euro.

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