Viel Nachholbedarf in den Gerätehäusern

Fehlende Toiletten und Umkleiden: Samtgemeinde Aue muss Feuerwehrgebäude umbauen

Für den Umbau der Feuerwehrhäuser in Stadensen (links) und Lüder sollen nach dem Vorschlag des Feuerschutzausschusses Planungskosten in den Haushalt der Samtgemeinde Aue eingestellt werden.
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Für den Umbau der Feuerwehrhäuser in Stadensen (links) und Lüder sollen nach dem Vorschlag des Feuerschutzausschusses Planungskosten in den Haushalt der Samtgemeinde Aue eingestellt werden.

Stadensen/Lüder – Auf die Feuerwehren in der Samtgemeinde Aue kommen große Herausforderungen zu. Neben dem Löschen von Bränden und technischen Hilfeleistungen nach Unfällen müssen sie auch dafür sorgen, dass in ihren Gerätehäusern die Hygieneschutzverordnung eingehalten wird.

Diese sieht unter anderem die Trennung von Einsatz- und Privatkleidung sowie separate Umkleiden und Toiletten für Frauen und Männer vor. Doch hier besteht in der Samtgemeinde noch erheblicher Nachholbedarf.

Von den 19 Ortswehren verfügt derzeit nur Bodenteich über eine entsprechende räumliche Trennung im Gerätehaus. „Bei den 18 anderen Feuerwehren wäre dafür ein Anbau, eine Erweiterung oder ein Neubau nötig“, sagt Gemeindebrandmeister Thomas Lampe im AZ-Gespräch.

Damen-WC gibt es nur in einem Gerätehaus

Thomas Lampe, Gemeindebrandmeister.

Dass räumliche Veränderungen dringend erforderlich sind, belegt auch eine Übersicht, die die Samtgemeinde erstellt hat. Nur in zwölf der 19 Feuerwehrhäuser gibt es eigene Damen-Toiletten. Noch schlechter sieht es bei den Umkleiden aus. Nur ein einziges Gerätehaus bietet derzeit einen solchen Bereich für Frauen. In lediglich vier Häusern existiert ein Umkleideraum für Männer.

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben muss die Samtgemeinde nun ein Konzept erarbeiten, wie die Trennung von Einsatz- und Privatkleidung zu gewährleisten ist. Denn bei Einsätzen besteht die Gefahr des Kontakts mit gesundheitsschädlichen Stoffen durch Einatmen, Berühren oder Kontamination der Schutzkleidung. Dabei ist die Hygiene im Feuerwehrhaus von großer Bedeutung. Es müssen geeignete Wasch- und Duschmöglichkeiten, Toiletten und Umkleideräume vorgehalten werden.

Verschmutzte Einsatzkleidung darf mit der Privatkleidung nicht direkt in Kontakt kommen, sondern muss getrennt gelagert werden. Nach dem Einsatz sollen die Feuerwehrleute ihre verschmutzte Kleidung ablegen, den Sanitärbereich passieren und sich dort duschen, um danach in einem separaten Raum ihre Zivilkleidung anzuziehen.

Dazu muss der Umkleidebereich ausreichend groß sein sowie beheizt und belüftet werden können, um eine gute Trocknung der Einsatzkleidung zu erzielen und Schimmelbildung zu verhindern. Ein Problem ist jedoch, dass in den meisten Feuerwehrhäusern die Einsatzbekleidung noch in der Fahrzeughalle gelagert wird. Daher müssen dort räumliche Veränderungen erfolgen.

Neue Fahrzeuge für zwei Ortswehren

Der Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde hat jetzt empfohlen, mit zwei Gerätehäusern zu beginnen. Für den Umbau in Lüder und Stadensen sollen Planungskosten in den Haushalt eingestellt werden. Beide Wehren bieten sich an, weil sie mit neuen Fahrzeugen ausgerüstet werden. „Die Feuerwehr Lüder bekommt ein Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz des Bundes. Die Übergabe ist für den 18. November geplant“, kündigt Lampe an. „Und an die Feuerwehr Stadensen ist vor ein paar Tagen ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 10 ausgeliefert worden.“

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