Rückstau verursacht überflutete Keller

Erhebliche Schäden durch Vandalismus: Feldsteine verstopfen Kanal in Emern

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Mutwillige Tat: Unbekannte haben diese faustgroßen Feldsteine in einen Schacht des Schmutzwasserkanals in Emern geworfen und diesen dadurch verstopft. Die Samtgemeinde Aue will nun Anzeige erstatten.

Emern – Auf bereits 33 Jahre Dienstjahre kommt Alexander Kahlert bei den Samtgemeinden Wrestedt und Aue. Doch was am Donnerstag in Emern passiert ist, hat der Betriebsleiter des Abwasserverbandes Aue in all der Zeit noch nicht erlebt.

„Das ist ein Unding. Wie kommt jemand auf die Idee, so was zu tun?“, schimpft Kahlert. Unbekannte haben in dem kleinen Ort drei bis vier faustgroße Feldsteine in den Schmutzwasserkanal geworfen und diesen dadurch verstopft.

„Es kam zu einem Rückstau im Hauptkanal über mehrere Haltungen hinweg“, berichtet Nils Schön, Teamleiter bei der Celle-Uelzen Netz. „Keller von Anliegern sind geflutet worden aufgrund von nicht vorhandener Rückschlagklappen.“ Es seien mehrere Haushalte betroffen gewesen.

Dass die Steine zufällig, zum Beispiel über Hausanschlüsse, in die Kanalisation gelangt sind, schließt Schön aus. „Diese können nur bewusst über die Öffnung der Schachtabdeckung mutwillig hinein geworfen worden sein. Der Grund für die Störung war eindeutig Vandalismus“, betont er. Seiner Meinung haben der oder die unbekannten Täter die Schachtabdeckung angehoben und anschließend die etwa fünf bis sechs Kilo schweren Steine hineingeworfen.

Die Verstopfung der Kanäle sei am Donnerstagnachmittag aufgefallen. Ein Klempner, der bei einem Kunden im Keller stand, habe die Celle-Uelzen Netz informiert. „Der Hauptkanal war voll, das Abwasser lief zurück und stand mehrere Zentimeter hoch im Keller“, schildert Schön. Die Celle-Uelzen Netz habe daraufhin einen Spülwagen bestellt, der die Verstopfung im Kanal absaugte. Dabei seien die Steine entdeckt und entfernt worden.

Allerdings habe der Spülwagen bei dem Einsatz einen Schaden in der Saugtechnik erlitten. Es bleibe abzuwarten, ob die beauftragte Fachfirma, der der Spülwagen gehört, deswegen noch Regressforderungen an die Celle-Uelzen Netz stelle, erklärt Schön.

„Schäden, die bei Anliegern entstanden sind, können wir natürlich nicht übernehmen“, sagt er. In der Satzung sei klar geregelt, dass das Unternehmen bei nicht vorhandenen Rückschlagklappen keine Haftung übernehme. Den Unmut der betroffenen Haushalte über die Folgen der mutwilligen Tat könne er aber nachvollziehen. Es sei eine Straftat und kein Dumme-Jungen-Streich, betont Schön.

„Ich bin entsetzt und verärgert ob solch eines Vandalismus“, sagt auch Betriebsleiter Kahlert. „Das ist aufs Schärfste zu verurteilen, dazu fällt mir nicht mehr ein.“ Die Samtgemeinde Aue werde nun Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Zeugen der Tat werden gebeten, sich bei der Samtgemeinde oder der Celle-Uelzen Netz zu melden.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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