L 270 wegen Fahrbahnsanierung im Ort halbseitig gesperrt

Endstation Overstedt: Verkehrschaos am Ausgang von Wieren

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So geht es gestern vielen Fahrern in Wieren: Dieser Lastwagen und dieses Auto müssen auf der Landesstraße 270 am Ortsausgang in südlicher Richtung wenden, weil die Weiterfahrt verboten ist. Der Grund sind Straßenbauarbeiten in Overstedt.

Overstedt/Wieren. So hat sich der Fahrer des Lastwagens mit Zwickauer Kennzeichen das nicht vorgestellt. Gestern Vormittag ist er auf der Landesstraße 270 in Wieren unterwegs und will weiter nach Bad Bodenteich fahren. Doch am Wierener Ortsausgang endet seine Tour unvermittelt. Eine rot-weiße Warnbake, bestückt mit den Verkehrsschildern „Durchfahrt verboten“ und „Sackgasse“, versperrt ihm die Weiterfahrt. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als dort zu drehen – ein schwieriges Unterfangen.

Dieses Schild in Wieren, das auf die Straßensperrung und die Umleitung hinweist, haben viele Verkehrsteilnehmer wohl übersehen.

Anderen Fahrern, die auf der L 270 in Richtung Süden unterwegs sind, ergeht es gestern genauso. Und so kommt es am Ortsausgang von Wieren zum Verkehrschaos. „Das ist doch zum Kotzen“, flucht der Zwickauer. „Mit einem Auto geht das Wenden ja noch. Aber mit einem Lkw...“ Der Grund für die Sperrung ist eine Baustelle in der Ortsdurchfahrt von Overstedt, dem Ort südlich Wieren. Dort ließ die Landesstraßenbaubehörde bis gestern Abend eine Fahrbahnseite erneuern. Die Außenkante der Straße sei stark uneben, erklärt Behördenleiter Dirk Möller. „Die Schäden in Overstedt werden auf 600 Metern Länge beseitigt. Dazu wird die Decke auf etwa 1,60 Metern Breite vom Fahrbahnrand abgefräst und anschließend erneuert.“ Deshalb war die L 270 gestern und vorgestern halbseitig gesperrt. Nur von Bad Bodenteich nach Wieren herrschte freie Fahrt. In umgekehrter Richtung war eine Umleitung von Wieren über Soltendieck bis Bad Bodenteich eingerichtet worden.

Doch das entsprechende Hinweisschild, das vor dem Bahnübergang auf der L 270 in Wieren steht, bemerken viele Verkehrsteilnehmer offenbar nicht. Sie fahren trotz der Absperrung am Ortsausgang von Wieren einfach weiter. Kurz vor Overstedt wartet gestern aber die Polizei und bittet die Fahrer zur Kasse. Bei der Kontrolle, die vom Morgen bis zum Mittag dauert, werden 37 Verstöße gegen das Durchfahrtsverbot geahndet, teilt Polizeisprecherin Antje Freudenberg mit. Darunter sind nicht nur Auswärtige, sondern auch mehrere Uelzener.

Viele Verkehrsteilnehmer zeigen sich gestern irritiert. „Wo geht es denn hier weiter?“, fragt die Beifahrerin eines Autos mit Wolfsburger Kennzeichen, der vor der Absperrbake anhält. Das Umleitungsschild in Wieren will ihr Mann am Steuer nicht gesehen haben. Also muss er kurzerhand wenden. „So ein Mist“, schimpft eine Frau in einem Pkw mit Salzwedeler Kennzeichen. „Warum ist das nicht richtig ausgeschildert?“

Aber genau das sei der Fall gewesen, betont Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der Straßenmeisterei Uelzen. Das Umleitungsschild am Wierener Bahnübergang sei deutlich zu sehen, sagt sie. Gleiches gelte für die Absperrbake und die beiden Verkehrsschilder am Ortsausgang. „Es ist fahrlässig, da reinzufahren. Wir haben das Sackgassenschild extra als Zusatzzeichen aufgestellt. Das sind schon zwei Hinweise“, unterstreicht Kapak-Wendt. Bei einigen Fahrern herrsche wohl „Beratungsresistenz“, mutmaßt sie. „Wir erleben es immer wieder, dass Verkehrsschilder nicht ernstgenommen werden.“

Von Bernd Schossadowski

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