Anwohner kritisiert Baumfällungen und Gehölzschnitte in Lehmke / Verwaltung verteidigt Vorgehen

Empörung über „Heckenmassaker“

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An diesem Wirtschaftsweg am Ortsrand von Lehmke hat die Samtgemeinde Aue eine Heckenreihe und mehrere Bäume fällen lassen – sehr zum Ärger von Anwohner Dieter Lilie. 

Lehmke. Die jüngsten Baumfällungen in Bienenbüttel und Bad Bevensen sind in der Öffentlichkeit auf scharfe Kritik gestoßen (AZ berichtete).

Jetzt ist bekannt geworden, dass kürzlich auch an einem Wirtschaftsweg am Ortsrand von Lehmke Bäume gefällt und Hecken abgeschnitten wurden. Den Auftrag dazu hatte die Samtgemeinde Aue erteilt. Darüber ist der Lehmker Dieter Lilie empört. Er bezeichnet die Abholzungen als „Heckenmassaker“ und „Baumvernichtungsaktion“.

„Warum wurde dort der gesamte Buschbestand mit zum Teil kräftigen Stämmen, Kätzchensträuchern und sonstiger für Vögel und Insekten sinnvoller Vegetation komplett vernichtet?“, fragt Lilie und und zeigt auf den Kahlschlag am Rand des Weges, der in die Feldmark in Richtung Emern führt. Auch die Fällung mehrerer Pappeln und Birken kann der Lehmker nicht nachvollziehen: „Das ist unbegreiflich und vollkommen sinnlos.“

Zudem seien die Baumfällungen seiner Meinung nach nicht fachmännisch ausgeführt worden. Teile der Rinde ragten wie Zacken aus dem Stumpf empor, der Schnitt der Motorsäge sei willkürlich erfolgt und habe Schrägen und Kanten in den Baumscheiben hinterlassen, schimpft Lilie.

„Ich bin entsetzt über solch radikale Maßnahmen“, pflichtet ihm Maike Sprengel-Krause, Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe Uelzen, bei. Die Fällung sei mit ihrem Verband nicht abgesprochen gewesen. Deutliche Worte findet auch ihr Vorstandskollege Dr. Thomas Gieger. Er bezeichnet das Auslichten in Lehmke als „unsachgemäße Metzelei“ und „Zerstörung eines Saumbiotops“. Die Arbeiter hätten „zersplitterte Stämme“ hinterlassen „und alle alten Bäume auf den Stock gesetzt“, erklärt Gieger.

Dagegen verteidigt Sven Peukert, Mitarbeiter der Bauverwaltung der Samtgemeinde Aue, die Maßnahme. Diese habe sich an der Heckenbroschüre des Landkreises Uelzen orientiert, die Empfehlungen für die Gehölzpflege gebe. „Aus verkehrssicherungspflichtigen Gründen sind wir verpflichtet, die räumliche Ausdehnung der Hecken in einem gewissen Maß zu begrenzen“, erläutert Peukert das Auslichten und die Fällungen. Das Lichtraumprofil für landwirtschaftliche Fahrzeuge müsse eingehalten werden. Weil die Maßnahme nur alle vier Jahre erfolge, sei sie „in einer gewissen Intensität durchzuführen“. Die Pappeln seien gefällt worden, weil ihre Wurzeln den Wirtschaftsweg beschädigt hätten, ergänzt Peukerts Kollegin Johanna Rößler. Die Birken seien hingegen krank gewesen.

Alexander Kahlert

Den Heckenschnitt habe eine Fachfirma ausgeführt, die Baumfällungen der Bauhof der Samtgemeinde, sagt Vize-Verwaltungschef Alexander Kahlert. Dass die Baumstümpfe nicht sehr ansprechend aussehen, gibt er zu. „Ich will damit aber keinen Schönheitspreis gewinnen. Schließlich handelt es sich um einen Weg im Außenbereich“, betont er. Die Abholzungen seien nicht willkürlich erfolgt. „Das ist eine naturschutzfachlich anerkannte Verfahrensweise.“

Von Bernd Schossadowski

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