Stolperfalle nach Glasfaser-Einbau: Straße im Ort nur unzureichend asphaltiert

Emern hadert mit der Kante

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Heinz-Dieter Matschek aus Emern hat nachgemessen: Die Fahrbahnkante an der provisorisch asphaltierten Baustelle „Am Hagen“ ist vier Zentimeter hoch. 

Emern – Heinz-Dieter Matschek holt den Zollstock heraus, um nachzumessen: Vier Zentimeter sind es am Fahrbahnrand, sogar fünf Zentimeter rund um den Gully. So hoch stehen die Kanten an der provisorischen Fahrbahndecke der Straße „Am Hagen“ in Emern hervor.

Dort hat die Baufirma Wiesensee im November Glasfaserkabel verlegt, diese Stelle aber nicht bündig mit der bestehenden Fahrbahn asphaltiert. Es fehlt noch immer die Verschleißdecke. Seitdem existiert dort auf rund hundert Metern Länge eine gefährliche Stolperfalle.

„Wenn Ortsfremde hier reinfahren, zum Beispiel mit dem Motorrad, gibt es ein Problem“, warnt Matschek, vor dessen Haus sich die Baustelle befindet. Im Februar habe die Baufirma die Warnbaken entfernt, seitdem drohe dort Ungemach. Hinzu kommt, dass die Straßenlampen „Am Hagen“ um 23 Uhr ausgeschaltet werden. Jemand, der nicht mit der Kante rechnet, könnte im Dunkeln stürzen. „Der Zustand ist unhaltbar“, meint Matschek. Er schlägt vor, an der Baustelle ein Warnschild aufzustellen. Zum Glück sei dort noch kein Unfall passiert.

Matschek hat sich in dieser Angelegenheit bereits vor einem halben Jahr an die Verwaltung der Samtgemeinde Aue gewandt. „Mir wurde gesagt, dass das Asphaltwerk im Winter nicht arbeitet“, berichtet er. „Aber jetzt haben wir Juni, und es ist noch immer nichts unternommen worden.“ Wenigstens vor seinen beiden Grundstückszufahrten hat sich etwas getan: Auf seinen Wunsch hin hat die Baufirma Mineralgemisch aufgebracht, damit sein Auto beim Herausfahren nicht auf der Straße aufsetzt.

Alexander Kahlert, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Aue, kann Matscheks Ärger nachvollziehen. Zugleich bittet er die Anwohner um Geduld. „Es ist nichts Ungewöhnliches bei dem Glasfaserprojekt, dass so etwas ein paar Monate dauern kann“, erklärt er mit Blick auf die Baustelle. Die Straße sei von der Verwaltung und der Baufirma noch nicht abgenommen worden. „Wir legen da strenge Maßstäbe an. Es wird so lange nachgebessert, bis es in Ordnung ist“, verspricht Kahlert.

Für die Verzögerung gebe es zwei Gründe, erklärt René Gille, Mitarbeiter der Firma Wiesensee, auf AZ-Anfrage. So habe das Unternehmen aus Radenbeck (Kreis Gifhorn) derzeit sehr viel Aufträge abzuarbeiten. Zudem seien die Asphaltierungsarbeiten „Am Hagen“ an eine andere Baufirma aus dem Kreis Uelzen vergeben worden, weil ein Asphaltfertiger zum Einsatz kommen solle. „Es wird aber nicht mehr all zu lange dauern“, betont Gille. „In den nächsten 14 Tagen ist das gegessen.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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