Samtgemeinde Aue lenkt ein: Wrestedter Kinder dürfen kostenlos nach Bodenteich und zurück fahren

Eltern zahlen nichts für Bustransfer

Im August wird der Wrestedter DRK-Kindergarten – hier ein Symbolbild – für fünf Monate auf das frühere BGS-Gelände in Bad Bodenteich umziehen. Nun steht fest: Für den Bustransfer müssen die Eltern nichts zahlen, die Kosten übernimmt die Samtgemeinde Aue.

Wrestedt/Bad Bodenteich. In der Diskussion um den zwischen Wrestedt und Bad Bodenteich geplanten Bustransfer für Kindergartenkinder hat die Samtgemeinde Aue eine überraschende Kehrtwende vollzogen.

Zunächst hatten sich die politischen Gremien dafür ausgesprochen, dass die Eltern des Wrestedter DRK-Kindergartens einen Teil der Kosten dieses Shuttle-Services tragen sollen (AZ berichtete). Doch jetzt steht fest, dass sie für das im August starten- de Angebot nichts zahlen müssen.

Der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss habe am Dienstag „mehrheitlich beschlossen, dass die kompletten Beförderungskosten für täglich zwei Hinfahrten und zwei Rückfahrten seitens der Samtgemeinde übernommen werden“, teilt Bürgermeister Michael Müller mit.

Wie berichtet, wird der Wrestedter Kindergarten am 6. August auf das ehemalige BGS-Gelände nach Bad Bodenteich verlagert, weil in seinem angestammten Gebäude am Mittelweg Schimmel aufgetreten ist. Der Umzug ist bis zum Jahresende befristet, bis dahin soll ein neuer Kindergarten in Wrestedt bezugsfertig sein.

Die Samtgemeinde bietet montags bis freitags folgende Bustouren an: um 7 und 8 Uhr vom Parkplatz des Rathauses in Wrestedt nach Bad Bodenteich sowie um 13 und 16 Uhr von dort zurück nach Wrestedt. „Die Kinder werden bei den Fahrten von Erzieherinnen des DRK begleitet. Im Bus werden Sitzerhöhungen vorgehalten“, sagt Müller. Benötigte Kindersitze müssten aber die Eltern stellen. Natürlich könnten die Eltern ihre Kinder auch direkt nach Bodenteich fahren beziehungsweise dort abholen oder Fahrgemeinschaften bilden. Ein Anspruch auf Kostenerstattung bestehe jedoch nicht.

Laut Müller hatten die Eltern „erheblich Unmut wegen der angedachten Kostenbeteiligung geäußert“. Eine Vielzahl der Betroffenen habe beantragt, dass die Samtgemeinde Aue die Beförderungskosten vollständig übernimmt. Dieser Forderung sei die Politik nun nachgekommen.

Sylvia Meier, Sprecherin der SPD/Grünen-Ratsgruppe, begrüßt das Zustandekommen des kostenlosen Fahrdienstes. „Nur gemeinsam können alle zusammen die missliche Lage für die Kinder und Eltern abfedern“, betont sie. Die Eltern bräuchten Planungssicherheit. „Wir wollen schnellstmöglich ein qualitativ hochwertiges Angebot herstellen, wobei Verständnis füreinander und ein gemeinsames Vorangehen aller Beteiligten unbedingt notwendig sind.“

Zwiegespalten ist dagegen Max Lemm, Sprecher der CDU/WGA/FDP-Gruppe. Einerseits sei die jetzige Entscheidung wichtig für die Eltern. Doch andererseits könne sich die Samtgemeinde wegen ihrer schlechten Haushaltslage die Ausgaben von rund 25 000 Euro für den Bustransfer nicht leisten, meint Lemm. Für ihn wäre eine Kostenaufteilung zwischen Eltern und Kommune eine sinnvollere Lösung gewesen. Doch bei dieser Vari-ante hätte die Verwaltung ermitteln müssen, welche Eltern mit geringen Einkommen einen Anspruch auf Übernahme der Bustransfer-Kosten aus der wirtschaftlichen Jugendhilfe hätten. „Das wäre in der Kürze der Zeit nicht realisierbar gewesen“, sagt Lemm.

Von Bernd Schossadowski

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