Eine Million für neues Verfahren

Betriebsausschuss empfiehlt: Klärschlammvererdungsanlage in Wrestedt

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Das Endprodukt bei der Klärschlammvererdung ist eine krümelige Erde, die in der Landwirtschaft als Dünger oder in Kraftwerken zur Energiegewinnung eingesetzt werden kann.

Wrestedt. Rund eine Million Euro soll die Samtgemeinde Aue in den Bau einer Klärschlammvererdungsanlage in der Wrestedter Kläranlage investieren. Das empfahl jetzt der Betriebsausschuss der Samtgemeinde einstimmig auf seiner Sitzung am Mittwoch.

„Wir kommen an die Kapazitätsgrenzen, und es besteht dringender Handlungsbedarf beim Klärschlamm“, begründete Aues Vizeverwaltungschef Alexander Kahlert die Investition. Diese erfolgt im Rahmen eines Zehn-Jahres-Plans zur Modernisierung der 20 Jahre alten Kläranlage und des Kanalnetzes (AZ berichtete) mit einem Gesamtvolumen von rund 5,8 Millionen Euro. „Die Klärschlammvererdung ist der wichtigste Punkt im Plan“, sagte Ausschussvorsitzender Heinz-Hermann Schulze.

Dass sich die Investition lohnt, davon ist Kahlert überzeugt: „Ein Vorteil des Verfahrens ist, dass wir nicht mehr zweimal im Jahr den Schlamm ausfahren müssen, sondern erstmals nach zehn bis 15 Jahren“, erklärt Kahlert. Das spare Kosten: Peter Urbach von Celle-Uelzen-Netz bezifferte die Einsparungen auf 75 000 Euro pro Jahr – und halte die Gebühren stabil. Außerdem sei das Verfahren unter ökologischen Gesichtspunkten besser als die konventionellen Methoden der Klärschlammbeseitigung, da es auf natürliche Prozesse setzt. Der Bau einer neuen konventionellen Anlage sei zudem unwirtschaftlich, da sie in etwa so viel koste wie die Alternative.

Doch hierfür braucht es Platz. Die Kläranlage müsste um rund 10 000 Quadratmeter wachsen. Das Areal sollte sich auch in unmittelbarer Nähe der Anlage befinden, da längere Transportwege die Einrichtung wieder unwirtschaftlich machen würden, informierte Urbach. Eine Nutzung der Schönungsteiche für den Bau der Klärschlammvererdungsanlage schloss Kahlert aus, da sie zu klein sind und ein erforderlicher Umbau mit erheblichen Kosten verbunden wäre. Außerdem sind sie als Ausgleichsflächen für frühere Baumaßnahmen angelegt worden. Gerhard Pollehn (CDU) regte an, trotzdem Vergleichsberechnungen zwischen Landkauf und Nutzung der Teiche anzustellen, um die für die Samtgemeinde günstigste Variante zu ermitteln

Der Vorschlag von Ausschussmitglied Peter Ramünke (SPD), ein Blockheizkraftwerk zu bauen, um die Faulgase zu verwerten, die beim Vererdungsprozess entstehen, kann wirtschaftlich nicht umgesetzt werden. „Die produzierte Energie würde nicht einmal reichen, um das Klärwerk zu heizen“, informierte Urbach. Dafür sei die Anlage nicht groß genug.

Von Lars Lohmann

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