Bauausschuss empfiehlt Standort neben dem Rathaus

Eine E-Ladesäule für Wrestedt

+
Eine Ladestation für Elektrofahrzeuge – hier ein Symbolbild – soll nach dem Vorschlag des Bauausschusses neben dem Wrestedter Rathaus installiert werden. 

Wrestedt – Die Gemeinde Wrestedt soll sich auf den Weg in die Elektromobilität machen. Dafür hat sich jetzt der Bauausschuss einstimmig ausgesprochen.

Er empfahl, eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge auf dem Parkplatz am Wrestedter Rathaus zu installieren, und folgte damit einem Antrag der SPD/Grünen-Gruppe. Zudem soll die Verwaltung die Möglichkeiten eines Carsharings prüfen.

Die E-Ladesäule sei „eine sinnvolle Investition in die Zukunft“, meinte Ausschussmitglied Peter Ramünke (SPD). Zwar sei nicht zu erwarten, dass in kurzer Zeit viele Menschen im Raum Wrestedt mit Elektroautos fahren werden. „Wir können aber die Nutzung der E-Mobilität durch diesen Antrag unterstützen“, sagte er.

Nach Ansicht von Klaus Cichy (SPD) und Dieter Schoop (CDU) wäre eine solche Ladesäule nur sinnvoll, wenn sie 24 Stunden täglich und an sieben Tagen pro Woche betrieben würde. Ein Alternativmodell, das die Verwaltung vorlegte, sieht eine technische Betreuung der Station durch den Energieversorger SVO vor. Die Nutzung wäre dann aber nur werktags zwischen 7 und 16 Uhr möglich. Das würde rund 1800 Euro pro Jahr kosten.

Für die Installation einer solchen Säule müsste die Gemeinde etwa 24 000 Euro ausgeben. Es handele sich jedoch nicht um eine Schnell-Ladesäule, erklärte Verwaltungsmitarbeiter Sven Peukert. Stattdessen betrage die Ladezeit mehrere Stunden pro Fahrzeug. Finanziert werden könnte die Säule zum Teil aus einem Förderprogramm des Bundes. Hier würde sich der maximale Zuschuss auf 8000 Euro belaufen. Zum anderen könnte die Anschaffung der Säule mit bis zu 90 Prozent aus Mitteln der Kommunalen Klimaschutzgesellschaft Uelzen gefördert werden.

Doch besteht im Raum Wrestedt überhaupt Interesse an Elektromobilität? Das bezweifelte der stellvertretende Gemeindedirektor Alexander Kahlert. „Wir als Verwaltung sehen keinen Bedarf“, sagte er. Im ländlichen Bereich seien nur sehr wenige E-Autos unterwegs. „Und wenn, dann haben die Besitzer die Möglichkeit, ihren Pkw in der eigenen Garage zu laden“, erklärte Kahlert.

Trotzdem appellierte Michael Bombeck (Grüne) an den Ausschuss: „Wir müssen da Vorbild sein.“ Mit der Anschaffung einer Ladesäule in Kombination mit Carsharing-Modellen „würde man den Geschmack auf E-Mobilität wecken und man hätte eine Ergänzung zum ÖPNV“, meinte er. Letztlich beauftragte der Ausschuss die Wretedter Verwaltung, Angebote für Ladesäulen einzuholen, Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und nach Betreibern der Station zu suchen. Auch über ein Carsharing-Modell soll sich die Verwaltung Gedanken machen.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare