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„Die eigentliche Arbeit beginnt erst“

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Von: Lars Lohmann

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Joachim Evers steht in der  Wrestedter Fahrradwerkstatt
Joachim Evers hat schon die ersten Fahrräder repariert, die jetzt von Flüchtlingen genutzt werden können. Momentan werden vor allem Kinder- und Damenräder gesucht. © Lohmann, Lars

Flüchtlinge, die aus der Ukraine in den Landkreis kommen, brauchen auch eine Möglichkeit, um von A nach B zu kommen. Deshalb gibt es in Wrestedt eine Fahrradwerkstatt.

Von der Decke des alten Gasthauses hängen Felgen und Fahrradreifen, einige Drahtesel stehen bereits in den Räumlichkeiten. In der Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Wrestedt ist jetzt wieder Leben eingekehrt. Denn mit der Ankunft der vor dem Krieg geflohenen Ukrainer auch hier im Landkreis ist die Nachfrage nach Fortbewegungsmitteln wieder da.

Die ersten Fahrräder hat der ehrenamtliche Obermonteur Joachim Evers bereits wieder verkehrssicher gemacht. Sie stammen zurzeit noch zum großen Teil aus dem Fundus der Samtgemeinde Aue, die die Koordination federführend übernommen hat. Ein bis zwei Stunden braucht Evers, um die Fahrräder wieder fit für den Verkehr zu machen, wenn zum Beispiel noch Speichen ausgetauscht werden müssen. Ansonsten geht es auch schneller.

„Die eigentliche Arbeit beginnt aber jetzt erst“, sagt Evers, der sich auch in der Ahrtal-Hilfe engagiert und sich auch von 2015 bis 2019 schon bei der Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe Wrestedt engagiert hatte.

Von Vorteil ist, dass die bis 2019 genutzten Räume jetzt wieder ohne Weiteres reaktiviert werden konnten. Sie lagen sozusagen im Dornröschenschlaf. Zur Verfügung stellt sie Almuth Gräfin Grothe. Anlass, die Fahrradwerkstatt wieder aufleben zu lassen, war ein Koordinierungstreffen zwischen Samtgemeindebürgermeister Michael Müller, den Sozialverbänden sowie den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern in den Gemeinden, berichtet Lutke Ebeling. „Da hat sich gezeigt, dass wieder Fahrräder gebraucht werden. Es ist ein Restart“, sagt er. Erste Anfragen nach Fahrrädern seien auch bereits eingegangen. So habe sich der CJD Göddenstedt gemeldet, der in Bockholt acht ukrainische Studenten untergebracht habe, die jetzt ein Rad brauchen.

Daher werden auch wieder gespendete Räder benötigt. „Wir brauchen vor allem Kinderräder und Damenräder“, sagt Evers. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass die Drahtesel noch in gebrauchsfähigem Zustand sind. „Sie sollten mit kleinen Reparaturen wieder betriebsfähig sein. Wir haben nicht die Zeit, uns mit irgendwelchem Schrott zu beschäftigen“, sagt Evers.

Wer Fahrräder abgeben will oder braucht, wendet sich dazu an die Samtgemeinde Aue, die die Koordinierung der Werkstatt übernommen hat. Meldungen sind unter (0 58 02) 9 55 18 oder m.hanke@sg-aue.de möglich. Von dort werden dann die Anfragen an die Fahrradwerkstatt weitergegeben. Vorerst wird Evers dort noch allein die Räder in Schuss bringen. „Wir müssen zunächst abwarten, wie viel wirklich gebraucht wird“, sagt er.

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