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Ehemaliger Kindergarten in Wrestedt: Abriss hat begonnen

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Von: Bernd Schossadowski

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Ein Bagger reißt mit seiner Schaufel das Vordach des alten Kindergartens ab.
Ein Bagger hat am Dienstag mit dem Abriss des ehemaligen Kindergartens am Mittelweg in Wrestedt begonnen. © Bernd Schossadowski

Der Abriss des ehemaligen Kindergartens am Mittelweg in Wrestedt hat begonnen. Danach wird die benachbarte Krippe für rund 2,4 Millionen Euro einen Anbau für zwei zusätzliche Gruppen bekommen. Die Rohbauarbeiten sollen demnächst beginnen.

Wrestedt – Kraftvoll umschließt die Baggerschaufel das Vordach des ehemaligen Kindergartens in Wrestedt und reißt es herunter. Kurz darauf stürzen die Holzbalken krachend in sich zusammen. Samtgemeindebürgermeister Michael Müller und der technische Angestellte Jörn Schöttle schauen aufmerksam zu. Der Abriss des 48 Jahre alten, wegen Schimmelbefalls seit 2018 geschlossenen Kindergartengebäudes am Mittelweg hat gestern begonnen. Damit wird Platz geschaffen für die Erweiterung der benachbarten Krippe.

Doch bevor Dirk Dorendorf von der Baufirma aus Salzwedel gestern mit dem Bagger zur Tat schreiten konnte, mussten einige Vorarbeiten geleistet werden. Es galt, den asbesthaltigen Fliesenkleber im alten Kindergarten zu entfernen. „Er wurde heruntergefräst und anschließend mit einem Spezialgerät weggesaugt“, erklärt Schöttle. Zudem wurde das Dämm-Material entfernt und in Big-Bags verstaut. Denn das Einatmen der Mineralwolle kann, ebenso wie Asbest, Krebserkrankungen verursachen.

Darüber hinaus wurden vor dem Abriss alle Versorgungsleitungen des alten Kindergartens – Wasser, Strom, Telefon und Internet – ins bestehende Krippengebäude neu verlegt. Die Gasleitungen wurden zurückgebaut, und es gab einen neuen Schmutzwasser-Anschluss. Und nicht zuletzt wurden die Fensterscheiben des Kindergartens ausgebaut. „Damit das gesplitterte Glas nicht in den Bauschutt gerät. Beides muss voneinander getrennt werden“, erläutert Dorendorf.

Der Abriss selbst ist hingegen eine unkomplizierte Sache. „In ein bis zwei Tagen ist das Gebäude weg“, sagt Verwaltungschef Müller gestern. „Danach beginnen die Vorbereitungen für den Rohbau der neuen Krippe.“ Wie berichtet, wird das bestehende Krippengebäude aus dem Jahr 2010, das Platz für eine Gruppe mit 15 Kindern bietet, um einen Anbau mit zwei zusätzlichen Gruppen erweitert. Die geschätzten Kosten liegen bei 2,4 Millionen Euro.

Anfang April soll die Baufirma mit den Arbeiten für den Massivbau beginnen. „Wir sind voll im Zeitplan“, betont Müller. Im Juni soll das Richtfest für den Rohbau gefeiert werden, danach der Innenausbau beginnen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende Januar 2023 geplant, die Übergabe an das DRK als Nutzer für Februar.

Der Erweiterungsbau bekommt ein Spitzdach – ebenso der bereits bestehende Gebäudeteil, der noch ein Flachdach hat. Denn die Probleme mit einer solchen Bauweise sind bekannt: Im Laufe der Jahre werden Flachdächer undicht, Regenwasser dringt ein und kann Schimmel verursachen, wie es im alten Kindergarten auch der Fall war. „Das Dach der bestehenden Krippe hätte aufgrund des Alters ohnehin in den nächsten zehn Jahren erneuert werden müssen“, sagt Schöttle.

In den Neubau sollen die Krippenkinder einziehen, die derzeit übergangsweise im ehemaligen Jugendzentrum in Stadensen und im Kita-Gebäude am Sportzentrum in Wrestedt betreut werden. Somit können die frei werdenden Räume in letztgenannter Einrichtung künftig wieder von Kindergartenkindern genutzt werden. „Wir haben dann zwei zentrale Standorte in Wrestedt: die Krippe am Mittelweg und den Kindergarten am Sportzentrum“, blickt Müller voraus.

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