Geteilte Meinungen nur zur Einheitskommune

Debatte zur Bürgermeisterwahl in Samtgemeinde Aue: Drei Bewerber  –  und viel Einigkeit

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Andrea Behn, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Vereins Wieren und Umgegend, moderierte die Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten Frank Burmester, Michael Müller und Frank Seidel (von links).

Wieren. Alle drei Grundschul- und Kindergarten-Standorte in der Samtgemeinde Aue sollen erhalten bleiben und durch bauliche Investitionen gestärkt werden. Die Freiwilligen Feuerwehren müssen finanzielle Unterstützung bekommen.

Und keines der drei Freibäder darf geschlossen werden. Bei diesen Themen auf der Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in der Samtgemeinde herrschte am Montagabend große Einigkeit zwischen den drei parteilosen Kandidaten: den Einzelbewerbern Frank Burmester und Frank Seidel und dem von der SPD unterstützten Michael Müller. Fast 200 Zuhörer begrüßte der Landwirtschaftliche Verein Wieren und Umgegend zu der Debatte im Gasthaus „Alt Wieren“. Moderiert wurde sie von der Vereinsvorsitzenden Andrea Behn.

Nur beim Thema Einheitsgemeinde gab es geteilte Meinungen. Seidel lehnt ein solches Verwaltungsgebilde ab. Denn darunter würde die Nähe der Bürger zu ihren politischen Vertretern und zur Verwaltung leiden, befürchtet er. Eine Einheitsgemeinde „würde bedeuten, dass die Reste der Ratsarbeit vor Ort verloren gingen“, warnte der 45-jährige Bad Bodenteicher.

Ganz anders sah das Burmester. „Ich bin ein großer Freund einer Einheitsgemeinde“, sagte er. Dadurch ließen sich mindestens 100 000 Euro pro Jahr sparen. „Und es führt zu deutlichen Arbeitsentlastungen und Erleichterungen in der Verwaltung“, meinte der 54 Jahre alte Wrestedter.

Eine mittlere Position nahm Müller ein. Er ist zwar nicht generell gegen eine Einheitsgemeinde, hält diese aber erst zu späterer Zeit für erforderlich. „Wir sollten erst mal innerhalb unserer Samtgemeinde zusammenwachsen. Alles andere wird sich ergeben“, spielte der 51-jährige Stadenser auf die anhaltenden Gegensätze zwischen den einstigen Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt an.

Beim Thema Finanzen betonten alle drei Kandidaten, dass sie gegen weitere Steuererhöhungen seien, weil diese die Bürger und Gewerbebetriebe zu stark belasten würden. Auf Ablehnung stieß auch ein noch strikterer Sparkurs der Samtgemeinde. „Wir können uns nicht kaputtsparen“, sagte Burmester.

Und so blieb noch die Frage nach den persönlichen Netzwerken der Bewerber, die sie zum Wohl der Samtgemeinde einsetzen würden. Dass es ihm – im Gegensatz zu Burmester und Müller – an Verwaltungserfahrung fehlt, betrachtet Seidel, der von Beruf Lehrer ist, nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Dadurch habe er einen „völlig neuen Blick auf die Dinge“, meinte er. „Das ist eine Möglichkeit, für frischen Wind im Rathaus zu sorgen.“

Auf seine vielfältigen beruflichen und privaten Kontakte zu Vereinen, Verbänden, Politik und Verwaltung wies Müller hin. „Diese Netzwerke und Freundschaften möchte ich nutzen, um finanzielle Mittel und Investitionen in unsere Samtgemeinde zu bekommen“, versprach er. Auch Burmester hat nach eigenen Worten einen guten Draht zu Entscheidern in Behörden und Banken. „Ich werde diese Verbindungen nutzen, um Fördergelder in den hiesigen Bereich zu bekommen“, sagte er.

Von Bernd Schossadowski

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