Nach Wechsel zur UWG-Kreistagsfraktion

Dobslaw und Hallier bleiben vorerst in der SPD

Auf dem Foto sind mehrere rote Parteibücher der SPD zu sehen.
+
Trotz ihres Wechsels zur UWG-Kreistagsfraktion wollen die SPD-Politiker Andreas Dobslaw und Jürgen Peter Hallier ihrer Fraktion in den Räten der Samtgemeinden Aue beziehungsweise Rosche vorerst treu bleiben.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
    schließen

Nach dem Wechsel von Andreas Dobslaw und Jürgen Peter Hallier zur UWG-Kreistagsfraktion wollen beide SPD-Politiker bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode ihre Ratsmandate in der Samtgemeinde Aue beziehungsweise Rosche wie bisher wahrnehmen und nicht die Fraktionen wechseln.

Wrestedt/Rosche – Es war ein politisches Beben, dessen Erschütterungen noch immer zu spüren sind. Andreas Dobslaw, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, und Jürgen Peter Hallier, einer seiner Stellvertreter, haben ihre Fraktion verlassen und sich im Kreistag – ebenso wie ihr Parteikollege Andreas Bersiel – der UWG angeschlossen. Der Grund waren Verwerfungen im Zusammenhang mit der Aufstellung der SPD-Kandidatenlisten für die Kommunalwahl am 12. September (AZ berichtete).

Auch auf die Parlamente in den Samtgemeinden Aue und Rosche könnten Dobslaws und Halliers Rücktritte Auswirkungen haben – zumindest auf längere Sicht. Kurzfristig soll sich für die beiden Politiker in den Räten im Uelzener Süd- und Ostkreis aber nichts ändern. „Der SPD-Ortsverein Samtgemeinde Aue will weiter mit mir zusammenarbeiten“, sagt Dobslaw im AZ-Gespräch.

Sollten alle Mitglieder der SPD/Grünen-Gruppe im Samtgemeinderat Aue und im Gemeinderat Wrestedt damit einverstanden sein, werde er dort bis zum Ende der Wahlperiode am 31. Oktober in bisheriger Weise tätig sein. „Ich werde mein Mandat mit Anstand und Kontinuität im Sinne dieser Gruppe weiterführen“, verspricht Dobslaw. Denn ein Rückzug aus seiner Gruppe hätte Konsequenzen: Rot-Grün würden ihre Ein-Stimmen-Mehrheit im Wrestedter Rat verlieren. Anders sieht es im Samtgemeinderat aus – dort besitzt die CDU/WGA/FDP-Gruppe eine klare Mehrheit.

Doch wie geht es für Dobslaw in der neuen Wahlperiode ab dem 1. November weiter? Dazu äußerst er sich bislang nur vage. „Ich möchte da erst mal Ruhe reinbringen und das mit meiner Familie besprechen. Das war schon ein großer Schritt für mich“, erklärt er mit Blick auf seinen Rückzug aus der SPD-Kreistagsfraktion. Auf Kreisebene könne er sich eine Kandidatur für die UWG durchaus vorstellen. Seine politische Zukunft in Wrestedt und der Aue ab November lässt Dobslaw hingegen offen: „Die Frage ist, ob ich dort bei der Wahl noch mal antreten werde und ob die Möglichkeit besteht, das mit der SPD-Fraktion zu machen.“

Auch Hallier will im Samtgemeinde- und im Gemeinderat Rosche vorerst in der SPD bleiben. Darüber habe er mit seinen Fraktionskollegen gesprochen. Diese seien sich einig gewesen: „Bis zum Ende der Wahlperiode soll es so weitergehen wie bisher“, schildert Hallier. Somit wird er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Samtgemeinderat bleiben und als Stellvertreter im Gemeinderat fungieren.

Für die Zeit danach will sich Hallier, der seit mehr als 49 Jahren SPD-Mitglied ist, aber noch nicht festlegen: „Bei der Kommunalwahl antreten möchte ich schon. Doch in welcher Konstellation das sein wird, kann ich noch nicht sagen.“

Denkbar sei, dass er am 12. September auf Kreisebene für die UWG und im Bereich Rosche für eine neu zu bildende Wählergemeinschaft antrete. Aber auch eine Kandidatur für die SPD in der Samtgemeinde und Gemeinde sei für ihn nicht ausgeschlossen. „Abschließend ist noch nichts entscheiden. Ich ringe noch mit mir“, gibt Hallier zu. Denn mit der SPD habe er nur auf Kreisebene gebrochen, nicht aber mit der Partei. „Viele würden es mir übel nehmen, wenn ich der SPD den Rücken kehren würde. Von allein werde ich nicht aufhören“, betont Hallier. Doch nach seinem Wechsel zur UWG deuten sich dunkle Wolken an: „Ich rechne mit einem Parteiausschlussverfahren“, gibt er offen zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare