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Deutsche Bahn informiert über aktuellen Stand zum Ausbau der Strecke Uelzen-Stendal

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Von: Bernd Schossadowski

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Schallschutzwand und tiefer gelegte Fahrbahn: So wie in dieser Visualisierung könnte die Unterführung am Bahnübergang auf der L 270 in Wieren aussehen.
Schallschutzwand und tiefer gelegte Fahrbahn: So wie in dieser Visualisierung könnte die Unterführung am Bahnübergang auf der L 270 in Wieren aussehen. © Infografik Denetz AG

Nur für etwa drei Viertel der Häuser an der Bahnstrecke Uelzen-Stendal ist im Zuge des geplanten zweigleisigen Ausbaus ein aktiver Lärmschutz möglich, zum Beispiel durch Schallschutzwände. Das sagte Projektleiter Andreas Hartwig von der DB Netz AG jetzt bei einem Infoabend in Wieren.

Wieren – Der zweigleisige Ausbau der „Amerikalinie Ost“, der Bahnstrecke zwischen Uelzen und Stendal, wird sich um ein Jahr verzögern. Außerdem wird es nicht für alle Gebäude entlang der Trasse einen aktiven Lärm- oder Erschütterungsschutz geben. Das sind die beiden Kernbotschaften, die Andreas Hartwig, Projektleiter bei der DB-Netz AG, am Dienstagabend bei einer Infoveranstaltung in Wieren überbrachte.

Eigentlich sollten die Arbeiten im Kreis Uelzen, darunter in Veerßen, Wieren, Stederdorf und Soltendieck, bereits 2028 beendet sein. Doch jetzt nannte Hartwig als Termin für die Inbetriebnahme der ausgebauten Bahnstrecke das Jahr 2029. Der Grund seien umfangreiche Baumaßnahmen, die 2024 und 2025 auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hamburg und Berlin erfolgen sollen. Weil dann eine wichtige Umleitungsstrecke über die „Amerikalinie Ost“ führen soll, müssten die dort geplanten Arbeiten pausieren, erklärte Hartwig. Der Baubeginn an der Bahnstrecke im Landkreis Uelzen werde voraussichtlich 2025 erfolgen, blickte er voraus.

Abgesehen davon ging es beim Infoabend vor allem um das von der DB-Netz AG eingeleitete Planfeststellungsverfahren. Von besonderem Interesse für die etwa 50 Zuhörer waren der von der Bahn vorgeschlagene Schall- und der Erschütterungsschutz entlang der Ausbaustrecke. Für den Landkreis Uelzen schlage die Bahn etwa 13 Kilometer Lärmschutzwände und 14 Kilometer besonders überwachtes Gleis vor, berichtete Hartwig. Bei Letzterem werde überprüft, wie rau die Schienen sind. Notfalls müssten diese nachgeschliffen werden, um die Schall-Emissionen beim Rollen des Radreifens über die Gleise zu verringern, erläuterte der Projektleiter.

Kunststoff-Dämpfer gegen Erschütterungen

Er räumte jedoch ein, dass bei 330 Häusern an der Bahnstrecke – rund 25 Prozent der untersuchten Gebäude – ein aktiver Schallschutz nicht möglich sei. „Dort haben die Anwohner Anspruch auf passiven Schallschutz, zum Beispiel dichte Fenster oder spezielle Lüfter“, sagte Hartwig.

Darüber hinaus stellte er Möglichkeiten zum Schutz der Gebäude vor Erschütterungen durch den Zugverkehr vor. So soll im Landkreis Uelzen auf mehr als 1,5 Kilometern Länge unter den Betonschwellen der Gleise eine Art Dämpfer aus Kunststoff eingebaut werden, kündigte Hartwig an.

Lärmschutzwand ist ein Dauerbrenner

Allerdings könne für 20 der insgesamt 137 im Landkreis untersuchten Häuser an der Bahntrasse kein Erschütterungsschutz geschaffen werden. „Diese Gebäude werden sechs bis zwölf Monate nach Fertigstellung des Streckenausbaus einzeln untersucht, um eine Zunahme der Erschütterung festzustellen“, betonte Hartwig. Gegebenenfalls werde die Bahn dann Entschädigungszahlungen an die betroffenen Bewohner leisten.

Ein Thema, das den Zuhörern auf den Nägeln brannte, war die Lärmschutzwand am Bahnübergang in Wieren. Diese soll oberhalb der geplanten Fahrzeug-Unterführung auf der L 270 errichtet und vier Meter hoch werden. „Dadurch entsteht eine erhebliche Veränderung des Ortsbildes“, monierte Dieter Schoop, Vorstandsmitglied von „Wieren 2030“. Und er fragte, wie der Verein und die Gemeinde Wrestedt dabei eingebunden werden sollen.

Hartwigs Antwort: Die Bahn wolle einen Planer beauftragen, der ein Konzept zur Gestaltung von Lärmschutzwänden in diesen stark frequentierten Bereichen entwickelt. „Diesen Vorschlag wollen wir dann mit den Gemeinden besprechen“, sagte er. Ideen zur optischen Aufwertung seien zum Beispiel Fototapeten oder farbliche Gestaltungen.

Auch Aues Samtgemeindebürgermeister Michael Müller äußerte sich zum geplanten Streckenausbau. In Abstimmung mit den Mitgliedsgemeinden werde die Samtgemeinde einen Rechtsanwalt beauftragen. Sie werde die Planfeststellungsunterlagen am Ende des Verfahrens den Bürgern in einer Infoveranstaltung vorstellen. „Wir lassen Sie als Kommune da nicht allein“, versprach Müller den Zuhörern.

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