Hilfskonvoi ist aus der weißrussischen Region Gomel nach Wieren zurückgekehrt / Besuch bei krebskranken Kindern

Dankbarkeit für Medizin und Spenden aus dem Kreis Uelzen

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Die Helfer aus dem Kirchenkreis Uelzen besuchten während ihres Besuchs in Weißrussland unter anderem die Kinderhämatologie des radiologischen Zentrums in Gomel.

Wieren/Gomel – Die Sorgen werden einfach nicht weniger. „Wir haben in diesem Jahr jetzt schon überdurchschnittlich mehr Kinder auf der Station als üblich“, stellte Dr. Swetlana Chodulewa mit bedrückter Miene fest.

Sie ist als Ärztin in der Kinderhämatologie des radiologischen Zentrums im weißrussischen Gomel tätig und informierte Vertreter eines Hilfskonvois aus Wieren über die derzeitige Situation. Mitglieder des Gomel-Ausschusses des Kirchenkreises Uelzen haben jetzt wieder Hilfsgüter in die Region gebracht. Vor wenigen Tagen sind die Ehrenamtlichen zurückgekehrt.

Das Gebiet rund um Gomel leidet noch immer unter dem Reaktorunfall vom April 1986 in Tschernobyl. Der größte Teil der nuklearen Wolke ging damals über der Stadt Gomel nieder. Und dort gibt es immer noch die höchste Rate an neuen und bleibenden Krebserkrankungen mit einem auffallend hohen Anteil an Kindern.

„Bei allen Neuaufnahmen von Kindern handelte es sich um Leukämie“, berichtete Chodulewa. Auch das sei in diesem Jahr ungewöhnlich. Alle kleinen Patienten im Alter von zwei bis 15 Jahren haben einen schweren Weg vor sich. Fast alle müssen sich einer Chemotherapie unterziehen und sind je nach Schwere der Leukämie bis zu zweieinhalb Jahren mit Unterbrechungen im Krankenhaus.

Ein engagiertes Ärzte- und Pflegepersonal bemüht sich sehr um die Kleinen. Es wird unterstützt von einer Kinderpsychologin und einer Bewegungstherapeutin. Zudem erhalten schulpflichtige Kinder im Krankenhaus Unterricht von Lehrern aus Gomel.

In der Kinderhämatologie ist man dankbar für Medikamente und Spenden aus Deutschland, speziell vom Uelzener Gomel-Ausschuss. Erfreuliches hatten die Ärzte aber auch zu berichten. Einige der in den vergangenen Jahren behandelten Kinder studieren nun Medizin oder sind im Begriff, demnächst ein Studium anzufangen. Ihre Erfahrungen können irgendwann weiterhelfen, eine möglichst hohe Heilungsquote zu erreichen.

Neben den erkrankten Kindern besuchten die Helfer aus dem Landkreis Uelzen auch wieder eine Elterninitiative in Gomel, die die betroffenen Familien unterstützt, für die Kinder in der Hämatologie Weihnachtsfeiern veranstaltet oder sie zu Geburtstagen besucht und Lebensmittel verteilt, die die Konvoifahrer zuvor in Gomel eingekauft haben.

Lebensmittel gab es auch für ein Altenheim auf dem Lande, in dem zurzeit 18 Menschen wohnen. Über die Wintermonate verdoppelt sich die Anzahl der Bewohner regelmäßig, weil die Versorgung nicht sichergestellt ist. Die meisten gehen dann im Frühjahr wieder in ihre Dörfer zurück.

Nach einer intensiven Woche kehrten die Helfer jetzt mit neuen Eindrücken heim nach Deutschland. Wohlwissend, Hilfe geleistet und die Kontakte weiter vertieft zu haben, aber auch in der Gewissheit, weiterhin Gutes tun zu wollen und auf Spenden angewiesen zu sein.

bl

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