Dorf geht ein Licht auf

Bushaus Bockholt erhält Lampe – die Idee stammt von einem 14-Jährigen

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Stolz steht Julian Breimann vor dem Buswartehaus in Bockholt. Auf seinen Vorschlag hin wurde dort eine Lampe installiert. Vorher war es ringsum stockdunkel.

Bockholt – Es ist zwar nur ein unscheinbares Buswartehäuschen an der Dorfstraße in Bockholt. Doch die Geschichte, die dahintersteckt, ist ein Beispiel dafür, dass sich persönliches Engagement und verantwortungsvolles Handeln lohnen können.

Genau das hat der 14-jährige Julian Breimann bewiesen.

Der Schüler aus Bockholt hatte sich geärgert, dass die Kinder aus dem Dorf morgens im Dunkeln auf den Schulbus warten müssen. Denn im Herbst und Winter ist es um 7 Uhr im Umfeld des Häuschens stockdunkel. In einiger Entfernung stehen zwar zwei Laternen, doch ihr Licht reicht nicht an den hölzernen Unterstand heran.

Also beschloss Julian, sich an Soltendiecks Gemeindebürgermeister Joseph Zettelmaier zu wenden. „Ich habe ihn in seiner Bürgersprechstunde im Dorfgemeinschaftshaus besucht und gefragt, ob man eine Lampe im Wartehäuschen installieren kann“, erzählt Julian der AZ. Er habe das vor allem für die jüngeren Kinder aus Bockholt gemacht. „Im tiefen Winter hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Wenn dann noch die kleineren Schüler da sind, ist das mit einer Lampe schon besser“, meint der 14-Jährige, der die KGS Clenze besucht.

Zettelmaier war von Julians Anregung sehr angetan. Denn gewöhnlich kommen nur Erwachsene in seine monatliche Sprechstunde. Und so leitete der Bürgermeister den Wunsch des Schülers an die politischen Gremien weiter. Die ließen Taten folgen: Im Wartehaus hat die Gemeinde jetzt für 1600 Euro eine solarbetriebene Lampe installiert, die für genug Helligkeit sorgt. Dazu wurde auf dem Dach ein Mast mit zwei Solarmodulen errichtet. Die Lampe schaltet sich je nach Helligkeitsgrad in der Umgebung ein.

„Die anderen Kinder haben gesagt: Das war eine gute Idee“, freut sich Julian. Das findet auch seine Mutter Nicole Breimann. „Ich bin sehr stolz auf ihn“, sagt sie. Das gelte auch für ihre beiden anderen Söhne, die 21 und 25 Jahre alt sind. „Unsere Jungs wurden dazu erzogen, nicht nur an sich, sondern auch an andere zu denken und selbstbewusst zu sein“, betont sie.

Auch Gemeindedirektor Michael Müller zieht den Hut vor Julian. „Es ist lobenswert, dass sich ein Jugendlicher diese weiterführenden Gedanken macht“, sagt er. In Teilen der Gesellschaft sei es verbreitet, sich nicht für das Gemeinwohl zu interessieren oder nur zu schimpfen. Doch Julian habe die Initiative ergriffen, so Müller. „Ich finde das richtig gut.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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