Trägerverein ASW nutzt digitalen Personenzähler

Blick auf Besucherströme in Echtzeit im Sommerbad Wieren

Sechs Besucher halten sich gestern gegen 10.30 Uhr im Wierener Sommerbad auf. Das sehen ASW-Vorsitzender Torsten Sawalski (links) und IT-Entwickler Markus Baldes auf einen Blick auf dem Monitor im Freibad.
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Sechs Besucher halten sich gestern gegen 10.30 Uhr im Wierener Sommerbad auf. Das sehen ASW-Vorsitzender Torsten Sawalski (links) und IT-Entwickler Markus Baldes auf einen Blick auf dem Monitor im Freibad.

Wieren – Der Himmel ist bedeckt, das Thermometer zeigt 16 Grad. Wenig sommerlich präsentiert sich gestern Vormittag das Wetter in Wieren. So ist es auch kein Wunder, dass sich zeitweise nur sechs Besucher im Sommerbad aufhalten.

Auf einem Monitor in seinem Aufsichtsraum kann Schwimmmeister Moritz Rau die exakte Anzahl der Badegäste ablesen – und zwar in Echtzeit.

Möglich macht das ein digitaler Personenzähler, den der Wierener Markus Baldes, Geschäftsführer der IT-Firma „V3 digital experience“, entwickelt hat.

Nur wenig Betrieb herrscht Freitagfrüh im Sommerbad. Der Echtzeit-Personenzähler erfasst jeden Besucher.

Das Prinzip wirkt auf den ersten Blick einfach, ist aber technisch ausgeklügelt. Unter der Decke im Eingangsgebäude des Sommerbades hängt ein etwa handtellergroßer Sensor. Dieser erkennt, wenn sich Personen über eine virtuelle Zähllinie bewegen, und sendet diese Daten an einen Computer. Somit kann sekundengenau abgelesen werden, wie viele Menschen das Freibad betreten oder verlassen. Das ist wichtig, weil sich dort wegen der Corona-Auflagen derzeit nur maximal 200 Besucher gleichzeitig aufhalten dürfen.

„Der Sensor stammt aus dem Sicherheitsbereich von Flughäfen“, erzählt IT-Entwickler Baldes, dessen Firma neben Wieren noch einen weiteren Standort in der schweizerischen Stadt Zug hat. Der Echtzeit-Personenzähler trägt den Namen „V3dx Count“ und ist auch im Bodenteicher Waldbad, im Sommerbad Stadensen und im Bienenbütteler Waldbad im Einsatz. „Damit werden aber keine optischen Daten gespeichert, und es wird keine erfasste Person identifiziert“, betont Baldes, der in Zürich 3D-Animation und Visualisierung studiert hat.

Für die Aktion Sommerbad Wieren (ASW) habe der Online-Personenzähler großen Nutzen, freut sich Vorsitzender Torsten Sawalski. „Anhand der Besucherzahlen können wir nun viel gezielter festlegen, zu welchen Uhrzeiten am Tag und bei welchem Wetter wir wie viele ehrenamtliche Wasseraufsichten im Bad brauchen“, erklärt Sawalski, der die Daten auf seinem Handy ablesen kann.

Zudem wird die aktuelle Zahl der Badegäste auf einen kleinen Monitor im Kassenraum übertragen. Wie bei einer Ampel wechselt das Display seine Farbe: Anfangs ist die Zahl grün, ab 180 Besuchern wird sie orange und bei 200 leuchtet sie rot. Das erleichtert nicht nur die Arbeit der Kassenkräfte im Freibad, sondern hilft der ASW auch, ihren Haushalt noch besser kalkulieren zu können. „Früher haben wir die täglichen Besucherzahlen per Hand gezählt. Jetzt liegen uns die exakten Daten in digitaler Form vor“, sagt Sawalski und fügt schmunzelnd hinzu: „Das ist Schwimmbad 4.0.“

Die aktuelle Zahl der Badegäste ist auch im Internet unter www.sommerbad-wieren.de (Menüpunkt „Besuchercounter“) abrufbar. Sawalski ist zuversichtlich, dass sich diese Zahl in den nächsten Tagen deutlich erhöhen wird. „Für nächste Woche sind 25 Grad und Sonne angesagt“, verrät er nach einem Blick auf sein Smartphone.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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