Runder Tisch zum Ausbau der Bahnlinie Uelzen-Salzwedel / Über Lärmschutz entscheidet der Bund

Bahn zeigt sich begrenzt offen

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Die Deutsche Bahn will die Strecke Uelzen-Salzwedel zweigleisig ausbauen. Daran aufgereiht sind Niendorf, Wrestedt, Stederdorf, Wieren und Soltendieck. Am runden Tisch wird es vor allem um Lärmschutz gehen. Über die Trassenführung wird nicht mehr diskutiert, für sie liegt ein Planfeststellungsbeschluss vor. 

Stederdorf. Ganze 700 Meter liegen zwischen dem alten Schafstall in Stederdorf und dem Bahnhof. Die Bewohner des Dorfs sind betroffen, wenn die Züge, wie geplant, ab 2028 zweispurig an den Häusern vorbeirauschen – ebenso wie in Niendorf II, Wieren und Soltendieck.

Baubeginn soll 2025 sein. Am Dienstag trat im Schafstall erstmals der runde Tisch zum Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Salzwedel-Stendal zusammen. 25 Vertreter aus Verwaltung, Kommunalpolitik, von Bürgerinitiativen und Verbänden nahmen an dem nichtöffentlichen Treffen teil.

Zunächst sei verabredet worden, über welche Aspekte des Bahnausbaus gesprochen werden solle, erläutert Projektleiter Andreas Hartwig von der Deutschen Bahn in Magdeburg. Dabei sei bewusst ein externer Moderator von der Firma IFOK hinzugezogen worden, damit nicht der Eindruck entstehe, dass missliebige Themen unter den Tisch fielen. „Es ist unser gemeinsames Ziel, konsensfähige Lösungen zu finden, mit denen nachher alle leben können“, erklärt Hartwig im Gespräch mit der AZ.

Konkrete Aussagen zu Lärmschutzmaßnahmen kann der Planer nicht machen. Man rede bewusst vor Beginn der Planungen mit den Betroffenen. In diesem Stadium sei es einfacher, Anregungen aufzunehmen und Veränderungen vorzunehmen, als wenn das Projekt schon durchgeplant wäre.

Allerdings ist auch die Offenheit der Bahn begrenzt. „Wir haben als Bahn darauf hingewiesen, dass hier der Spielraum durch die fertige Planung enger ist“, betont Hartwig. Mit anderen Worten: „Der Trassenverlauf steht.“ Er ist im Planfeststellungsbeschluss aus den neunziger Jahren festgeschrieben. Dieser habe weiterhin Gültigkeit, da mit der Reaktivierung der Strecke im Rahmen des Verkehrsprojekts deutsche Einheit drei das Baurecht in Anspruch genommen worden sei. Damit sind auch die vorhandenen Bahnübergänge festgeschrieben. „In einzelnen Themen ist noch Spielraum“, fügt Hartwig hinzu. Das betrifft etwa den Lärmschutz.

Genug Themen, die am runden Tisch besprochen werden können, bleiben übrig, etwa die Auswirkungen auf Natur und Umwelt sowie Probleme an den Bahnübergängen. Projektleiter Hartwig will die Wünsche der Betroffenen sammeln. Ob am Ende über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus Lärmschutz für die Anwohner herausspringt, wie in einer Resolution der Gemeinde Wrestedt gefordert, bleibt offen. „Wir untersuchen den übergesetzlichen Lärmschutz aus dem Dokument des Dialogforums, weisen aber darauf hin, dass es vom Bund entschieden wird, ob er umgesetzt wird“, schränkt Hartwig ein.

Aues Samtgemeindebürgermeister Michael Müller lobt die „transparente und vertrauensvolle“ Zusammenarbeit: „Es ist gut, dass – anders als damals Anfang der neunziger Jahre – die Bahn auf die Bürger, Verwaltung und Initiativen zugeht.“

• Ein Protokoll des runden Tischs in Stederdorf und weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Bahn auch online.

Von Gerhard Sternitzke

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