Unbekannte deponieren auf Anlage in den Wierener Bergen verschiedene Abfälle / Täter wollten Kosten sparen

Autofahrer entrüstet über Müll auf Parkplatz

+
Hier suchen Autofahrer und Urlauber Entspannung in der Natur. Die aufgestellten Schilder interessierten die Täter wenig. 

ds/stk Wieren. Eine Schleife Asphalt abseits des Verkehrs, Tisch und Bänke aus Beton, ein Stück Grün. Der deutsche Parkplatz an Landes- und Kreisstraßen ist ein Stück aussterbendes Kulturgut.

Hier finden gestresste Autofahrer Entspannung, stärken sich Urlauber bei einem Picknick und starten Erholungssuchende zu einem Gang durch die Natur. Umso ärgerlicher, dass die Harmonie auf dem Wanderparkplatz an der Kreisstraße 62 zwischen Wieren und Nettelkamp, da wo die Wierener Berge am höchsten sind, durch wild deponierten Müll gestört wird. Auto- und Radfahrer sind entrüstet.

Mutmaßlich asbesthaltige Dachplatten am Fahrbahnrand des Wanderparkplatzes in den Wierener Bergen.

Gleich an vier Stellen sind die Gras- und Heideflächen mit Abfall verunreinigt. Da liegen sorgfältig gestapelte Fliesen, zerbrochene Holzstühle, ein Garten- und ein Fahrradschlauch sowie Transportkisten herum. Sogar mutmaßlich asbesthaltige Dachplatten haben die unbekannten Täter hier entsorgt.
Das blaue Schild mit der Aufschrift „Rastplatz bitte sauber halten“ haben sie geflissentlich ignoriert. Die zwischenzeitlich abmontierten Abfallbehälter wären ohnehin zu klein gewesen. „Müll bitte mitnehmen“, heißt es auf einem weiteren Schild.

„Die Müllablagerung ist dem Landkreis bekannt“, teilt Kreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage mit. „Sie konnte noch nicht beseitigt werden, da die entsprechenden Fahrzeuge derzeitig noch im Einsatz sind, um Sturmschäden zu beseitigen.“ Gemeint sind die Hinterlassenschaften von Sturm Xavier. Theine äußerte sich vor dem Unwetter am Wochenende. Die Sturmschäden haben demnach Vorrang, weil sie direkte Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben.

Dass gerade abgelegene Parkplätze als kostenlose Müllkippe missbraucht werden, kommt durchaus häufiger vor. Eine Statistik wird darüber jedoch nicht im Kreishaus geführt. Auch über die Ursachen gibt es keine sicheren Erkenntnisse. Vermutlich wollten die Täter jedoch Kosten einsparen oder seien schlicht zu bequem, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen, meint Theine.

Für manche Problemabfälle hat der Gesetzgeber Regelungen gefunden, die dafür sorgen, dass sie nur noch selten wild in die Umwelt gelangen. So werden Motorölpackungen an den Tankstellen zurückgenommen. Farben und Lösungsmittel etwa können beim Schadstoffmobil abgegeben werden. Batterien und Energiesparlampen nimmt der Handel an.

Für die Entsorgung von asbesthaltigen Dachplatten dagegen werden hohe Beträge fällig. Diese abzuschaffen, um wilden Müllablagerungen vorzubeugen, lehnt der Landkreis jedoch ab. „Die fachgerechte beziehungsweise gesetzlich vorgeschriebene Art der Müllentsorgung und -verwertung verursacht Kosten“, betont Theine. „Aus diesem Grund können nicht alle Abfälle gebührenfrei angenommen werden. Andernfalls würden die durch die Bürger zu entrichtenden Gebühren exorbitant steigen.“

Für welche Abfälle Gebühren fällig werden, steht in der Abfallgebührenordnung. Über diese entscheidet der Kreistag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare