1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Wrestedt

Ausschuss sagt Nein zu Tempo 30 im alten Dorf von Wieren

Erstellt:

Von: Bernd Schossadowski

Kommentare

Das Bild zeigt die Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren.
Auf der Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren soll nach dem Willen des ehemaligen Anwohners Björn Nolte Tempo 30 eingeführt würden. Mit vier zu drei Stimmen lehnte der Bau- und Umweltausschuss das jetzt aber ab. © Bernd Schossadowski

Im alten Dorf von Wieren wird vorerst keine Tempo-30-Zone eingeführt. Der Bau- und Umweltausschuss lehnte jetzt mit knapper Mehrheit einen Antrag des ehemaligen Anwohners Björn Nolte für die Straße „Zur alten Mühle“ ab.

Wieren – Björn Nolte, ehemaliger Anwohner und aktueller Hausbesitzer an der Straße „Zur alten Mühle“ in Wieren, war kaum zu bremsen. „Ich habe da wilde Geschichten erlebt. Manchmal fliegen Schotter und Steine gegen Autos“, berichtete er jetzt in der Einwohnerfragestunde des Wrestedter Bau- und Umweltausschusses über die Situation auf der Straße. Viele Fahrzeuge seien dort mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs – laut Nolte eine Gefahr für die älteren Menschen und Kinder, die dort leben. Doch sein Antrag an die Gemeinde, in diesem Bereich Tempo 30 einzuführen, wurde vom Ausschuss nach längerer Diskussion mit vier zu drei Stimmen abgelehnt.

Die Vertreter von CDU und FDP votierten geschlossen gegen Noltes Antrag, während die Ausschussmitglieder von SPD, UWG und Grünen dafür stimmten. Zuvor hatte sich Andreas Dobslaw (UWG) dafür ausgesprochen, eine Verkehrsberuhigung in dem genannten Bereich zu prüfen. Dort lediglich Tempo-30-Schilder aufzustellen, werde an der Situation aber nichts ändern, ist er überzeugt. „Davon lässt sich heute kaum noch einer schrecken. Das sind einfach Erfahrungswerte“, sagte Dobslaw, der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ist.

Um die Fahrzeuge zu bremsen, seien bauliche Maßnahmen an der Straße erforderlich. Zudem müsste eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden, die außer „Zur alten Mühle“ auch die Nebenstraßen umfasst. Dobslaw schlug vor, zunächst mit den Anwohnern zu erörtern, welche Straßen verkehrsberuhigt werden sollen. „Dann können wir weiter überlegen, was da baulich möglich ist und was es kostet.“ Die Entscheidung über die Einführung von Tempo 30 treffe letztlich aber der Landkreis.

Auch Markus Jordan (Grüne) plädierte für eine Verkehrsberuhigung im alten Dorf in Wieren. „Man sollte bei den Bürgern nachfragen, wie die Interessenlage in diesem Gebiet eigentlich ist“, meinte er. Doch ein zusammengefasster Antrag von Dobslaw und Jordan scheiterte im Ausschuss knapp mit vier zu drei Stimmen.

Hermann Wegner (CDU) kritisierte die mögliche Ausweisung einer mehrere Straßen umfassenden 30er-Zone. „Dem kann ich nur schwer folgen“, betonte er. Ausschussvorsitzender Steffen Knust (CDU) pflichtete ihm bei. „Ich habe dazu nur wenige Fürsprecher in Wieren gefunden, auch bei den Anliegern nicht“, sagte er mit Blick auf Tempo 30.

Björn Nolte zeigte sich über die Ablehnung seines Antrags durch den Ausschuss enttäuscht. „Mir wird da heiß und kalt. Wir sprechen hier über eine Verkehrssicherung und -beruhigung. Das tut keinem weh, das ist eine Kleinigkeit“, erklärte er im Gespräch mit der AZ. Laut einer Tempomessung des Landkreises seien 25 Prozent der Fahrzeuge auf der Straße „Zur alten Mühle“ schneller als die erlaubten 50 km/h gefahren. „Dort sind Kinder unterwegs, da blutet mir das Herz“, sagte Nolte. Wenn man es mit einer Tempo-30-Zone schaffe, nur einen oder zwei Raser zu bremsen, sei schon etwas gewonnen. „Wir sprechen hier über das Aufstellen von Verkehrsschildern. Zur Not helfe ich beim Buddeln.“

Auch interessant

Kommentare