Politik lehnt Kita in Lüders Tagespflege ab

Alter Kindergarten wird abgerissen: Krippen-Neubau in Wrestedt geplant

Seit 2018 steht das alte Kindergartengebäude am Mittelweg in Wrestedt wegen Schimmelbefalls leer. Nach dem Willen des Samtgemeindeausschusses soll es abgerissen und durch einen Krippen-Neubau ersetzt werden.
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Seit 2018 steht das alte Kindergartengebäude am Mittelweg in Wrestedt wegen Schimmelbefalls leer. Nach dem Willen des Samtgemeindeausschusses soll es abgerissen und durch einen Krippen-Neubau ersetzt werden.

Wrestedt/Wieren/Bad Bodenteich – Die Nachfrage nach Krippen- und Kindergartenplätzen in der Samtgemeinde Aue steigt stetig. Wie soll die Kommune darauf reagieren? Dazu hat der nichtöffentlich tagende Samtgemeindeausschuss jetzt den Rahmen festgelegt.

So soll das alte Kindergartengebäude in Wrestedt abgerissen und durch einen Krippen-Neubau ersetzt werden.

Auch in Bad Bodenteich soll ein zusätzliches Kita-Gebäude geschaffen werden. Der Vorschlag, eine Krippen- und eine Kindergartengruppe in der Senioren-Tagespflege in Lüder einzurichten, wurde vom Ausschuss hingegen mehrheitlich abgelehnt. Die Planungen im Überblick:.

Wrestedt:

Der Samtgemeindeausschuss sprach sich dafür aus, das mit Schimmel belastete und seit April 2018 leer stehende Kindergartengebäude am Mittelweg in Wrestedt abzureißen. „Wir wollen dort die Planung für den Bau von zwei neuen Krippengruppen in die Wege leiten“, sagt Samtgemeindebürgermeister Michael Müller. Zur Auswahl stehen ein Massiv-, Modul- oder Holzrahmenbau. Dafür werden nun die Kosten ermittelt. Das benachbarte Krippengebäude am Mittelweg soll in den Neubau eingebunden werden. „Und es soll geprüft werden, ob die Möglichkeit für eine vierte Krippengruppe besteht“, berichtet Müller.

Wieren:

Nach dem Willen des Ausschusses soll die weitere Entwicklung der Kinderzahlen in Wieren abgewartet werden. Eine Option wäre, dort eine Waldgruppe einzurichten. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, ob auf dem Kita-Gelände am Bollenser Weg ein Anbau für eine weitere Krippen- oder Kindergartengruppe geschaffen werden kann, erklärt Müller.

Bad Bodenteich:

Wie berichtet, haben Eltern aus Lüder 189 Unterschriften gesammelt, um zu erreichen, dass zum Sommer 2021 zwei Kita-Gruppen ins Obergeschoss der örtlichen Senioren-Tagespflege einziehen können. Doch diesem Wunsch erteilte der Samtgemeindeausschuss eine Absage. Stattdessen wurde mehrheitlich beschlossen, zwei zusätzliche Kindergarten- und eine Krippengruppe in Bad Bodenteich zu schaffen.

„Es gibt im Gebäude des Paritätischen nicht für alle Kinder aus Lüder Platz“, erläutert Müller die Beweggründe des Ausschusses. Selbst wenn die dortigen Räume genutzt würden, müssten einige Lüderaner Kinder auch künftig in Bad Bodenteich betreut werden. Für den dort geplanten Neubau sei die Verwaltung derzeit auf Standortsuche. An der Kita an der Burgstraße könne aus Platzgründen nämlich kein Anbau errichtet werden, sagt Müller.

Kein Verständnis für die Haltung des Ausschusses hat Mareike Lühr, Mitglied der Elterninitiative für eine Kita in Lüder. „Das ist eine schlechte Entscheidung – ein Schlag in die Magengrube der betroffenen Eltern und der Steuerzahler“, schimpft sie im AZ-Gespräch. Denn der Einzug ins Gebäude des Paritätischen wäre schon im August 2021 möglich gewesen. Ein Neubau in Bodenteich würde nicht nur viel länger dauern, sondern auch deutlich teurer werden, warnt Lühr.

„Das ist elternunfreundlich und eine Verschwendung von Steuergeldern“, kritisiert auch Jürgen Schulze (CDU), Mitglied des Samtgemeinderates, das Votum der Politik. „Ich bin darüber überhaupt nicht begeistert. Doch die Tür ist noch nicht ganz zu.“ Denn Schulze hat einen Antrag eingebracht: Sollte sich bei der geplanten Kostenermittlung durch einen Architekten herausstellen, dass ein Kita-Neubau in Bad Bodenteich 25 Prozent teurer als die aktuelle Vorkalkulation wäre, soll darüber noch einmal komplett neu beraten werden. Und dann, so Schulze, kämen alle Vorschläge auf den Tisch, auch die mögliche Einrichtung von Kita-Plätzen in der Tagespflege in Lüder.

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