Treckerfest auf dem Hof Zilz lockte gestern tausende Besucher nach Emern

Alte Schätze mit federndem Sitz beim Treckerfest

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Till Borrmann war extra aus Tostedt nach Emern gekommen, und der Weg hat sich gelohnt – der Siebenjährige durfte auf einem der alten Trecker Platz nehmen und selbst lenken.

Emern. Sie kamen in Scharen und selbst zwei Stunden vor Schluss riss der Besucherstrom nicht ab: Das Trecker- und Erntefest in Emern erwies sich gestern als wahrer Publikumsmagnet.

Rund 2000 Gäste zählten die Veranstalter bereits am frühen Nachmittag, wobei das Bilderbuchwetter vor allem junge Familien auf das Gelände der Familie Zilz lockte. Wie Torsten Kirschke, der mit Frau und drei Kindern aus Oetzen angereist war. „Wir kommen gerne hierher, wo hätte man sonst die Möglichkeit, die ganzen alten Geräte mal in Natura zu sehen?“.

Die ganzen alten Geräte – das sind vor allem Dreschkästen, Schlammpumpen, Kartoffelsortiermaschinen, Bandsägen, Erntemaschinen und Rübenhäcksler, teils aus den 30er und 40er Jahren, aber allesamt noch voll funktionstüchtig. „Dabei haben wir gar nicht einmal weit fahren müssen, um diese Schätzchen zu finden“, erklärt Matthias Zilz. „Mein Vater hat gute Kontakte zu den hiesigen Landwirten, und es ist schon erstaunlich, was alles unbenutzt und unbeachtet in den Scheunen steht.“

Und natürlich Trecker, ungefähr 60 an der Zahl, darunter auch die beliebten Lanz Bulldogs, die vor allem ganz junge Treckerfans auf die Sitze lockten. „Ich finde Trecker toll“, schwärmte der sechsjährige Devin Müller aus Wieren. „Die Reifen sind so schön groß und die Sitze federn richtig.“ Und Till Borrmann, sieben Jahre alt und aus Tostedt nach Emern gekommen, ergänzt: „Die sind so richtig laut und ich durfte sogar selber fahren und lenken!“ Julian Liepelt aus Ebstorf bewies für seine zehn Jahre sogar echten Sachverstand: „Ich finde es faszinierend, wie zwei verschiedene Menschen mit dem Ursus und dem Lanz Bulldog zwei nahezu baugleiche Maschinen entwerfen konnten.“

Als echtes Highlight erwies sich aber die sogenannte Transmission – ein Gebilde aus Holzrädern, das früher bei den Landwirten unter der Scheunendecke hing und dazu diente, mehrere Maschinen gleichzeitig antreiben zu können. Ebenfalls ein Hingucker: der Dreschkasten, der nicht nur schepperte, sondern auch Getreidereste in die Luft schleuderte. Überhaupt waren die Vorführungen der Maschinen das Salz in der Suppe und gaben einen Einblick in alte Landwirtschaftstechniken.

Von Oliver Huchthausen

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