Samtgemeindebrandmeister warnt vor Gefahren

Alte Güterschiffe: „Rostlauben“ auf dem Wasser?

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Nicht immer so idyllisch: Alte Güterschiffe auf dem Elbe-Seiten-Kanal können für Verschmutzung sorgen.

Wrestedt/Bad Bodenteich – Auf dem Elbe-Seitenkanal fahren jährlich bis zu 15.000 Güterschiffe. Und das berge bislang unterschätzte Risiken, warnt Samtgemeindebrandmeister Thomas Lampe.

Im Jahr 2018 passierten genau 13.842 Güterschiffe die Esterholzer Schleuse, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen auf AZ-Anfrage bekannt gibt.

2015 waren es sogar 16.786. Bei einer so hohen Anzahl bleiben, so Lampe, auch Schiffshaverien – Schäden am Schiff oder dessen Ladung – nicht aus. „Bis zu dem Brandschutzgutachten 2014 wurde das Thema immer etwas belächelt“, sagt Lampe. Das Gutachten stufe unter anderem die Wassergefahren ein und fordere, dass Feuerwehren Vorkehrungen treffen.

Mit Ölbindemitteln, Pumpen oder einem eigenen Boot sei die Feuerwehr zwar darauf vorbereitet, jedoch stellen diese Form der Hilfe auch einen hohen Aufwand und Kosten dar. „Ein Einsatz auf dem Boot ist natürlich anders“, betont Lampe und verweist auf das Tragen einer Rettungsweste als Beispiel. Die Mitglieder der Feuerwehren in Bad Bodenteich – hier ist auch das Boot gelagert – und Wrestedt/Stederdorf würden eine spezielle Ausbildung, die sie mit Bootskunde vertraut macht, und einen Bootsführerschein absolvieren.

Im vergangenen Jahr kam die Feuerwehr zu drei Einsätzen auf dem Wasser. Die Gründe dafür waren eine Kollision, das Auslaufen von Öl und ein versinkendes Schiff. „Gerade das Alter der Schiffe ist ein Problem“, so Lampe. Viele der Schiffe seien schon in der vierziger Jahren gebaut und würden Verschleißerscheinungen aufzeigen.

Dann bestehe nicht nur die Gefahr, dass die transportieren Güter ins Wasser gelangen, sondern auch der Kraftstoff des Schiffes. Die Ausbreitung im Wasser sei vor allem im Hinblick auf den Umweltschutz gefährlich. Dass eine „große Katastrophe“ entstehe, sei nicht anzunehmen, sagt dagegen Arno Liebrecht, stellvertretender Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtamtes in Uelzen. Falls dennoch etwas auffallen sollte, informieren Schiffer oder Schleusenmitarbeiter meist umgehend. „Dann wird sofort versucht, das zu begrenzen“, versichert Liebrecht.

Für Güterschiffe mit gefährlichen Gütern gebe es sogar eine Kennzeichnung mit Kegeln. Für diese gelten dann besondere Sicherheitsbestimmungen. An der Schleuse wurden 2018 insgesamt 242 dieser Kegelschiffe gezählt.

Laut Liebrecht sei der Schiffsverkehr sicherer als der auf der Straße. Und auch Öl auf der Fahrbahn würde öfter vorkommen, „das wird dann nur nicht thematisiert“.

VON LEA-SOPHIE PENNER

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