Alle wollen das Geld

Bad Bodenteich/Wrestedt - Von Jörn Nolting. Ein bewusstes Spiel mit falschen Zahlen wirft der Bodenteicher CDU-Ratsherr Claus-Dieter Reese dem Wrestedter Sozialdemokraten Andreas Dobslaw vor. In einer Sonderausgabe der SPD-Lupe sieht Reese Stimmungsmache gegen einen „sinnvollen und für alle Einwohner positiven Zusammenschluss“. Die Rede ist natürlich von der Fusion der beiden Samtgemeinde Bodenteich und Wrestedt.

„Bei der Aufstellung der Zahlen wird völlig unterschlagen, dass mit dem Beginn einer Fusion im Jahr 2012 bereits rund 1 Millionen Euro pro Jahr und ansteigend ab 2016 mit einem Einsparvolumen von 1,7 Millionen Euro pro Jahr gerechnet werden kann“, sagt der Bodenteicher Christdemokrat. Leider, so Reese weiter, behindern oftmals persönliche Befindlichkeiten, politische Bedenken oder parteipolitische Vorgaben sinnvolle Kooperation. Die demographische Entwicklung der beiden Samtgemeinden erhöht für Reese den Handlungsbedarf. Der Bevölkerungsrückgang hat zur Folge, dass die Finanzierung von Ausgaben künftig auf weniger Schultern verteilt werden muss.

Die Wrestedter Sozialdemokraten unterstreichen in einem offen Brief ihr Forderungen und reagieren damit auf die Vorwürfe von Reese und ihrem Parteigenossen Jacques Voigtländer. „Wir wollen die 10 Millionen Euro Entschuldungshilfe und wir wollen auch eine Strukturreform“, schreibt Kai Städing im Namen der SPD Wrestedt. „Wir befürworten eine Fusion der Samtgemeinden Wrestedt und Bodenteich unter dem Dach einer Einheitsgemeinde. Eine Riesensamtgemeinde mit sieben Gemeinderäten und sieben Bürgermeistern sowie sieben Haushalten ist für uns und unsere Partner nicht akzeptabel“, so die Formulierung des Bürgermeisters der Gemeinde Stadensen. Die Einheitsgemeinde ist für die SPD die effektivere kommunale Organisation und deshalb die beste Lösung, „für die es ebenfalls 10 Millionen Euro Entschuldungshilfe gibt“. „Die SPD und deren Partner in der Samtgemeinde Wrestedt verweigern sich nicht einer Reform“, betont der Kai Städing in seinem Schreiben. Sie wollen für die Einwohner die beste und kostengünstigste kommunale Struktur schaffen – die Einheitsgemeinde.

„Dass es auch über alle Parteigrenzen hinweg anders geht, sieht man an den Gesprächen der Samtgemeinden Ebstorf und Bevensen“, sagt Claus-Dieter Reese. Dort sind SPD und CDU gemeinsam bereit, konstruktiv über einen Zusammenschluss zu sprechen. „Es geht hier nicht um Pfründe, Posten und Positionen, sondern um eine kleinere, leistungsfähigere und kostengünstigere künftige Verwaltungsstruktur“, mahnt der Bodenteicher Christdemokrat und fordert die Wrestedter SPD auf, „zum Wohle der Bürger zu entscheiden“.

„Die Entscheidung fällt am 12. August. Bis dahin sind mir Einzelmeinungen relativ gleichgültig“, sagt Sozialdemokrat Andreas Dobslaw.

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