Wenn der Bagger sinnlos wütet

Ärger um unsachgemäßen Abriss von Teilen der Wierener Sporthalle

Beim Abriss von Teilen der Wierener Sporthalle gab es aus Sicht der Samtgemeinde Aue große Probleme mit der ursprünglichen Baufirma.
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Beim Abriss von Teilen der Wierener Sporthalle gab es aus Sicht der Samtgemeinde Aue große Probleme mit der ursprünglichen Baufirma.

Wieren – Samtgemeindebürgermeister Michael Müller hatte schon so eine Vorahnung, als im Sommer 2019 der Umbau der Wierener Sporthalle begann. Ein Abrissunternehmen war am Werk (AZ berichtete).

„Ich habe mir gedacht: Hoffentlich reißen die nicht etwas ab, was sie nicht dürfen“, erzählte Müller jetzt während des Rechnungstages in Wieren. Doch genau so kam es. Die Firma habe tatsächlich Teile des Daches entfernt, die hätten stehen bleiben müssen.

In der Folge habe es durch das offene Hallendach geregnet. „Der Boden und die Wände sind feucht geworden und es hat sich Schimmel gebildet. Dieser wird gerade beseitigt“, berichtete Müller. Dadurch habe sich der Umbau der Halle um etwa zwei Monate verzögert. Die Samtgemeinde habe dem Abrissunternehmen den Auftrag entzogen, erklärte Müller. „Wir versuchen, die Mehrkosten durch die Schäden bei der Firma geltend zu machen.“ Inzwischen sei eine andere Firma beauftragt worden.

Der Umbau der Halle werde aber auf jeden Fall 2020 beendet sein, versprach Müller. Die Kosten betragen 1,67 Millionen Euro. Das Land steuere 677 000 Euro bei, die Gemeinde Wrestedt rund 73 000 Euro. Somit verbleibe für die Samtgemeinde ein Restbetrag von 930 000 Euro.

Zuvor hatte Bürgermeister Peter Ramünke (SPD) über wichtige Themen aus der Gemeinde berichtet. Mit großer Sorge sieht er den prognostizierten Schrankenschließzeiten an den Bahnübergängen entgegen. Mit dem zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Uelzen-Stendal werden bis 2030 insgesamt 280 statt bisher 80 Züge am Tag erwartet. Die Schranken würden somit im Durchschnitt 35 bis 45 Minuten pro Stunde geschlossen sein. Das sei nicht hinnehmbar, sagte Ramünke und sprach sich für den Bau eines Tunnels oder einer Brücke an den Übergängen aus.

Gedanken müsse sich die Gemeinde Wrestedt auch über die Ausweisung zusätzlicher Bauplätze machen, meinte er. Im Baugebiet Rübenfeld in Wieren gebe es nur noch zwei freie Grundstücke. In Lehmke sei kein Platz mehr frei, an den Langdoren in Wrestedt aktuell nur noch ein einziger.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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