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Acht Windkraftanlagen bei Nienwohlde geplant: Warten auf die Genehmigung

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Von: Lars Lohmann

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Eine Windkraftanlage ragt in den blauen Himmel, während eine weiße Wolke vorüberzieht.
Bis die Windkraftanlagen bei Nienwohlde aufgebaut werden, wird noch einige Zeit vergehen. Frühestens 2024 könnte laut den Planern der Bau beginnen. © Daniel Maurer / dpa

Acht Windkraftanlagen sollen bei Nienwohlde errichtet werden. Zwei Unternehmen haben einen Antrag auf Genehmigung des Projektes beim Landkreis eingereicht. Wenn das Projekt genehmigt wird, könnte der Bau 2024 beginnen.

Acht Windkraftanlagen sollen im Windpark Nienwohlde unmittelbar an der Kreisgrenze zum Landkreis Gifhorn entstehen. Fünf der Anlagen sollen vom Bürgerwindpark Nienwohlde und drei von Energiekontor AG aus Bremen betrieben werden. Jetzt stellten die künftigen Betreiber ihre Pläne im Schützenhaus in Kallenbrock vor.

„Wir haben den Genehmigungsantrag beim Landkreis eingereicht“, erklärte Projektentwickler Steffen Föllner von der Dienstleistungs- und Projektentwicklungs GmbH des Bauernverbands Nordostniedersachsen, die für den Bürgerwindpark Nienwohlde die Planungen übernommen hat. Die Fläche selbst sei seit 2014 im Gespräch und war auch im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) als Windvorrangfläche ausgewiesen. Wobei sich das Projekt aufgrund umfangreicher Kartierungen auch wegen eines Seeadler-Pärchens in die Länge zog.

Alle Gutachten für Umwelt, Schall und Schattenwurf hätten gezeigt, dass die Fläche, die an den im Nachbarkreis gelegenen Windpark in Bokel angrenzen wird, geeignet und auch genehmigungsfähig sei. Die Bürgerbeteiligung soll im ersten Quartal 2023 beginnen. Der Bau der Windräder könnte 2024 starten, und 2025 würden die Anlagen laufen.

Nur gibt es aus Sicht der Verwaltung der Samtgemeinde Aue ein Problem. Das RROP ist nach einem Urteil für Windvorrangflächen außer Kraft gesetzt, und damit gelten die Flächennutzungspläne der Samtgemeinde. „In dem Flächennutzungsplan für die alte Samtgemeinde Wrestedt sind Gebiete für Windkraft vorgesehen, und Nienwohlde ist nicht dabei. De Jure musste die Gemeinde Wrestedt das Einvernehmen daher verweigern“, erklärte Bauamtsleiter Alexander Kahlert. Es müsse eine Lösung auf Kreisebene gefunden werden, da das Projekt an sich gut sei. So würden Wirtschaftswege auf Kosten der Investoren ausgebaut, was die Gemeinde finanziell nicht leisten könne. „Für Wrestedt ist das ein Win-win-Geschäft.“

Laut Anna Stüve, Projektkoordinatorin der Energiekontor AG, sind acht Anlagen mit einer Nabenhöhe von 120 Metern und einem Rotordurchmesser von 158 Metern geplant. Höher dürfen die Anlagen aufgrund des Bundeswehr-Fliegerhorstes in Faßberg und der Radarstrahlen nicht sein.

Zudem würden die Anlagen, um Fledermäuse zu schützen, von Juni bis Ende Herbst nachts abgeschaltet. Um Vögel zu schützen, werden nach der Mahd oder Bodenarbeiten die Anlagen drei Tage stillstehen. Außerdem gibt es Abschaltzeiten bei besonderen thermischen Lagen. Zusätzlich müssen 8,5 Kilometer Stromleitungen verlegt und ein kleines Umspannwerk bei Klein Bollensen errichtet werden.

Die betroffenen Gemeinden im Umkreis von zweieinhalb Kilometern sollen eine Vergütung von 0,2 Cent je Kilowattstunde erhalten. Pro Anlage seien dies bis zu 20 000 Euro. Das Geld würde zwischen den Gemeinden aufgeteilt werden.

Ob es vonseiten des Bürgerwindparks noch Beteiligungsmöglichkeiten für die Einwohner gibt, lässt sich laut Föllner noch nicht sagen. „Wir wissen nicht, welche Auflagen dazu kommen und wie sich die Preise entwickeln, das wäre unseriös“, sagte er. Es gebe zurzeit Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent. „Wir haben Rückenwind aus der Politik, aber auch Gegenwind wegen der wirtschaftlichen Situation“, so Föllner.

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