Studentin Wiebke Nierath aus Ostedt hat drei Monate Tiere in Thailand behandelt

Abenteuer mit Schleichkatze und Affe

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Hautnaher Kontakt mit einem Binturong: Die Schleichkatzenart hat Wiebke Nierath aus Ostedt besonders ins Herz geschlossen. Drei Monate lang arbeitete die Studentin der Tiermedizin jetzt in einer Universität, einer Klinik und einem Zoo in Thailand.

Ostedt/Bangkok – Die Moskitos waren für Wiebke Nierath eine große Gefahr, weil sie Infektionskrankheiten übertragen. Auch vor Giftschlangen, Spinnen und Waranen musste sie sich in Acht nehmen.

„Am meisten Respekt hatte ich aber vor den Affen“, erzählt die 23-jährige Ostedterin. „Sie sind sehr aggressiv, springen einen an, und sie übertragen Tollwut. “ Einmal wurde Wiebke Nierath fast von einem Affen gebissen. Keine Frage: Es waren abenteuerliche drei Monate, die die junge Frau jetzt in Thailand verbrachte.

Sie besuchte das asiatische Land aber nicht als Touristin. Im Rahmen ihres Tiermedizin-Studiums an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover absolvierte Wiebke Nierath ein Praktikum in einer Universität und einer Privatklinik in Bangkok sowie in einem Zoo im thailändischen Dschungel. Eine Vielzahl an Tieren untersuchte und behandelte die 23-Jährige dort – von Zebus über Wasserbüffel und Elefanten bis zu Ziegen und Pferden. „Das Beste war, auf Farmen zu fahren und alle möglichen Tiere gegen Tollwut zu impfen“, sagt sie. „Manchmal haben wir den Ausflug auch mit einem Tempelbesuch und einer Runde auf einem Markt verbunden.“

Vor allem die persönlichen Kontakte mit den Einheimischen haben die Studentin begeistert. „Die Thais sind sehr freundlich, zurückhaltend, ruhig und hilfsbereit, auch wenn sie kein Englisch können“, schwärmt Wiebke Nierath. Das gelte aber nur für die Orte, in denen sich keine oder nur wenige Urlauber aufhalten. In den Touristenhochburgen verhielten sich die Einheimischen ganz anders. Sie seien viel lauter, extrovertierter, aggressiver.

Und das hat einen Grund, weiß Wiebke Nierath: „Viele westliche Touristen haben keinen Respekt gegenüber den Thais. Sie sind unhöflich, schreien herum und lassen sich bedienen.“ Das missfällt der Ostedterin besonders, ganz zu schweigen von den vielen älteren weißen Männern, die sich oft tagelang junge thailändische Frauen als Prostituierte mieten. „Die Touristen zerstören nicht nur die Kultur, sondern auch das Flair des Landes“, ärgert sich Wiebke Nierath.

Aber zurück zu ihrer Arbeit: Sehr gut gefallen hat der 23-Jährigen die Zeit im „Khao Kheow Open Zoo“, etwa zwei Stunden von Bangkok entfernt. „Ich habe in einem Haus mitten im Dschungel gelebt“, schildert sie. Statt von Verkehrslärm sei sie morgens von Affenschreien und Vogelgezwitscher geweckt worden. Unvergessen ist für sie auch die Arbeit auf einer Elefantenfarm, bei der sie den grauen Riesen unter anderem Blut abnahm und ihre Wunden versorgte.

Zwei Tierarten hat Wiebke Nierath besonders ins Herz geschlossen. Zum einen sind es Lemuren, kleine Affen mit sanftem Wesen. „Es sind absolut liebenswürdige Tierchen“, sagt sie. Auch Binturongs, eine Schleichkatzenart, mag sie ausgesprochen gern. Mit einem besonders zutraulichen Exemplar hat sie sogar herumgeschmust – es war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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